Rekorderträge aus Photovoltaikanlagen haben den Erneuerbaren-Anteil im ersten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beflügelt.
Nach Angaben der Fraunhofer-Datenplattform Energy-Charts erzeugten PV-Anlagen in den ersten drei Monaten dieses Jahres insgesamt 9 TWh Strom – so viel wie noch nie für diese Jahreszeit.
Windenergie auf Platz eins
Insgesamt produzierten Erneuerbaren-Anlagen im ersten Quartal 2022 knapp 69 TWh Strom. Das entsprach einem Anteil von 51 Prozent am Gesamtstrommix. Im windarmen Vorjahr waren es 43 Prozent gewesen.
Mit einem Anteil von 33 Prozent belegte Windenergie erneut den ersten Platz. Braunkohle (19 Prozent) und Steinkohle (12 Prozent) erreichten die Ränge zwei und drei.
Gasanteil geht zurück
Merklich ging der Gasanteil zurück – von 14 Prozent im Vorjahreszeitraum auf nun 10 Prozent. Hauptgrund dürften die immens hohen Gaspreise am Großmarkt gewesen sein.
Zum ersten Mal überhaupt wurde hierzulande im ersten Jahresquartal mehr Solarstrom produziert (6,7 Prozent) als Kernenergie (6,4 Prozent). Ende 2021 waren drei Kernkraftwerke dauerhaft vom Netz gegangen. Seitdem erzeugen nur noch die Kraftwerke Neckarwestheim, Isar 2 und Emsland Atomstrom. Sie fuhren auch im März praktisch durchgehend auf Volllast.
Volatiler Strompreis
Nach Energy-Charts-Angaben entpuppte sich der März als bislang teuerster Börsenstrommonat der Geschichte. Demnach lag der durchschnittliche Preis bei 252 Euro pro MWh. Der März löste damit den vergangenen Dezember ab. Damals kostete Börsenstrom im Schnitt 221 Euro.
Im Februar war der durchschnittliche Börsenstrompreis dank mehrerer Windstürme auf 129 Euro pro MWh abgesackt. Im Januar wurde ein Durchschnittspreis von 168 Euro pro MWh errechnet.
Um 80 Euro pro Tonne CO2
Treibender Faktor dürften dabei weniger hohe CO2-Preise gewesen sein. Diese waren zum Monatsanfang sogar zwischenzeitlich auf unter 60 Euro pro Tonne gesunken und hatten sich danach um die 80-Euro-Marke herum eingependelt, wie Zahlen des ZfK-Datenraums zeigen. (Hier finden Sie mehr Grafiken dazu.)
Vielmehr peitschten Gas-Spotpreise die Werte nach oben. Sie stiegen teils auf mehr als 300 Euro pro MWh und bewegten sich im März fast durchgehend über der 100-Euro-Marke. Der Hauptgrund hierfür: Große Sorgen über die Entwicklung russischer Gasflüsse inmitten des andauernden russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. (aba)
Info: Täglich aktualisierte Energiedaten und -grafiken finden Sie hier im ZfK-Datenraum, der in Kooperation mit dem Berliner Datenspezialisten Energy Brainpool befüllt wird.



