Der Energiekonzern Uniper verlängert den Marktbetrieb der Steinkohlekraftwerke Heyden 4 und Staudinger 5 bis maximal 31.03.2024. Das hat der Energieversorger am Donnerstag (22. Dezember) auf der Transparenzplattform der deutschen Stromhandelsbörse EEX angekündigt. Die Maßnahme erfolgt im Rahmen des Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetzes (EKBG) der deutschen Bundesregierung zur Sicherung der Energieversorgung in den kommenden Wintern.
Dieses Gesetz verfolgt das Ziel, möglichst wenig Gas für die Stromerzeugung aufzuwenden und durch andere Energieträger zu ersetzen.
Das Kraftwerk Heyden 4 in Petershagen bei Minden hatte nach dem Zuschlag in der ersten Ausschreibung zur Reduzierung der Kohleverstromung bereits den kommerziellen Betrieb eingestellt, kehrte aber am 29. August dieses Jahres aus der Netzreserve auf Basis des EKBG und zugehöriger erster Verordnung in den Markt zurück, heißt es in einer Pressemitteilung.
Diese erste Verordnung ermöglichte eine Marktrückkehr nur bis 30. April 2023. Nun wurde diese Laufzeit verlängert und der Weiterbetrieb bis maximal Ende März 2024 ermöglicht. Das Kraftwerk hat eine Gesamtkapazität von 875 MW.
Auch ein Weiterbetrieb von Scholven B wird vorbereitet
Das Steinkohlekraftwerk Staudinger 5 bei Hanau hätte aufgrund des Zuschlags in der vierten Ausschreibung zur Reduzierung der Kohleverstromung den kommerziellen Betrieb am 21. Mai kommenden Jahres einstellen müssen. Nun verbleibt es ebenfalls auf Basis des EKBG im Markt. Staudinger 5 hat eine Gesamtleistung von 510 MW und trägt laut Angaben von Uniper erheblich zur Versorgungssicherheit in Deutschland bei.
Zeitgleich bereitet Uniper aktuell den Weiterbetrieb des Steinkohlekraftwerks Scholven B (345 MW) über Juni 2023 hinaus vor.
Damit habe Uniper nun mit Heyden 4 (875 MW), Scholven C (345 MW), Irsching 3 (415 MW) und Staudinger 5 (510 MW) rund 2.150 MW an verlässlicher Leistung in den deutschen Strommarkt zurückgebracht, um den Gasverbrauch während der aktuellen Engpass-Situation zu vermindern, heißt es weiter. (hoe)



