Auf Einladung von Matthias Popp (Zweiter von links), Professor der Fakultät Maschinenbau und Versorgungstechnik der TH Nürnberg, wurde in Nürnberg über die weitere Entwicklung der Energieversorgung der Metropolregion Nürnberg diskutiert. Mit im Bild: Rainer Kleedörfer,
 Leiter Zentralbereich Unternehmensentwicklung der N-Ergie AG (links), Stefan Lochmüller, Strategiemanager von N-Ergie (im Vordergrund links) und Gerald Höfer, Geschäftsführer der Main-Donau-Netzgesellschaft (im Hintergrund in der Mitte)

Auf Einladung von Matthias Popp (Zweiter von links), Professor der Fakultät Maschinenbau und Versorgungstechnik der TH Nürnberg, wurde in Nürnberg über die weitere Entwicklung der Energieversorgung der Metropolregion Nürnberg diskutiert. Mit im Bild: Rainer Kleedörfer, Leiter Zentralbereich Unternehmensentwicklung der N-Ergie AG (links), Stefan Lochmüller, Strategiemanager von N-Ergie (im Vordergrund links) und Gerald Höfer, Geschäftsführer der Main-Donau-Netzgesellschaft (im Hintergrund in der Mitte)

Bild: © Wraneschitz

Wie kann die Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) das ehrgeizige, selbst gesteckte Ziel erreichen, „Modellregion für eine dezentrale Energiewende in Deutschland“ zu werden? Dies war Hauptthema der Konferenz zur "Energieentwicklung der Europäischen Metropolregion Nürnberg", die von Matthias Popp, Professor der Fakultät Maschinenbau und Versorgungstechnik der TH Nürnberg, kurz „Ohm“, veranstaltet wurde. 15 Studierende präsentierten ihre Semesterarbeiten.

Im 2012 von der EMN beschlossenen Klimapakt sind zwei Jahresdaten maßgebend: 2030 und 2050. Für letzteres Datum steht „die Einsparung von 80 Prozent der CO2-Emmisionen und zudem eine 100-prozentig regenerative Stromerzeugung“ als klares Ziel. Doch schon 2030, also in zwölf Jahren, soll die EMN aus 60 Prozent erneuerbaren Energien versorgt, der Rest-Strombedarf mit Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen erzeugt und der CO2-Ausstoß um 40 Prozent gegenüber 1989 reduziert werden.

Stromsektor stand im Mittelpunkt

Bei den Studierenden stand, wie bei den Politkern im Übrigen auch, der Stromsektor im Mittelpunkt. Wärme, der Energiesektor, der mehr Verbrauch aufweist als der von Strom, taucht kaum in den Zukunfts-Gedankengängen auf. Zum dritten Sektor, der Mobilität, gab es mehr Ideen. So beispielsweise bei Markus Kuczmann. Er hatte die „Dekarbonisierung des Mobilitätssektors durch Methan aus Power-to-Gas“ (P2G) als Studienthema gewählt. Sein ernüchterndes Ergebnis: „Die Kopplung mit dem Straßenpersonenverkehr ist nicht die beste!“ Denn es bräuchte in der EMN „fast 2000 P2G-Anlagen. Machbar wären aber gerade 20.“ Doch P2G trüge zum Klimaziel 2050 eh nur ein schlappes Prozent CO2-Ersparnis bei.

Einen größeren Beitrage leisten E-Mobile, egal ob mit oder ohne Solarzellen in der Karosserie, befand Tobias Weldi. Ein besonders bemerkenswertes, konkretes Ergebnis seiner Studie: Er beantwortete die öffentlich dauernd gestellte Frage nach dem zusätzlichen Strombedarf für Elektroautos mit gerade mal „ein Prozent bis 2030“. Dann sollen auf Deutschlands Straßen sechs Mio. E-Fahrzeuge unterwegs sein. Und die wären demnach für das Stromland Deutschland verkraftbar.

Ohne Speicher geht nichts

Ein wichtiges Element für die Zukunft seien Speicher, egal ob elektrochemische, Pump- oder Stülpmembranspeicher. Dann könnten Atom- auch Kohle- oder Gaskraftwerke abgeschaltet werden. Man müsse dieses Element aber politisch wollen.

Ferner könnten auch „Micro Grids“ eingerichtet werden. Dies sind Stromzellen, die jeweils für sich allein, autark funktionieren. Tobias Berg sprach davon, dass solche „topologischen Kraftwerke die Versorgungssicherheit steigern“ würden. Vorausgesetzt, es gebe bis dahin ein Energiemanagement auf Basis der Blockchain-Technologie.

Das bayerische Problem mit der Windenergie

Doch einen großen, politischen Haken hat die Energiekonferenz der Studierenden zu Tage gefördert: die Windkraft-Politik der bayerischen Staatsregierung. Die müsse dringend geändert werden, so der Tenor. Denn in fast allen Teiluntersuchungen sei die Windkraft unerlässlich. 640 Windräder, jeweils mit 4 MW Leistung, seien bereits 2030 notwendig für den optimalen Energiemix der EMN. Das hat Lisa Herrmann in ihrer Potenzialanalyse mit Technologievergleich herausgefunden.

Gerald Höfer, der Geschäftsführer der Main-Donau Netzgesellschaft (MDN) stellte deshalb am Ende der Konferenz klar: „Das müssen wir öffentlich machen und politisch nutzen.“ Denn wegen der aktuell geltenden 10-H-Abstandsregelung in Bayern sei momentan kaum der Bau eines neuen Windrads mehr möglich: 2,5 Kilometer Abstand zu den 250 Meter hohen Windkraftwerken gebe es fast an keinem eigentlich geeigneten Standort. (wra)

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