Es war ein guter Jahresauftakt für die deutsche Windbranche.

Es war ein guter Jahresauftakt für die deutsche Windbranche.

Bild: © Jan Woitas/dpa

Von Andreas Baumer

Premiere auf dem deutschen Strommarkt: Im November wurde nach Angaben der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts mehr Strom nach Deutschland importiert als von dort exportiert. Das ist auch deswegen ungewöhnlich, weil in den Wintermonaten die Bundesrepublik traditionell zum Netto-Stromexporteur wird, wenn weniger Solarstrom produziert wird und wärmegeführte Kraftwerke häufiger laufen.

Diesmal war es anders. Betrug der Exportüberschuss im November 2016 noch mehr als sechs Terawattstunden (TWh), waren es bereits im November 2023 nur noch 0,06 TWh. Dieser Trend setzte sich nun fort. Im vergangenen Monat lag der Stromimportüberschuss bei 1,5 TWh. Lediglich die traditionellen Stromimportländer Großbritannien und Italien führten netto noch mehr Strom ein als die Bundesrepublik.

Frankreich mit Rekordmonat

Den mit Abstand größten Stromexportüberschuss erzielte im November Frankreich, das überwiegend auf Kernenergie setzt. Das Land verkaufte 7 TWh Strom mehr ins Ausland, als es bezog. Laut Energy-Charts war der November-Überschuss seit 2015 noch nie so hoch. Zu den Jahren vor 2015 gibt es auf der Plattform keine Import- und Exportdaten.

Der abgelaufene Monat war von einer lang anhaltenden sogenannten Dunkelflaute geprägt. Zu Monatsbeginn schien mehrere Tage lang kaum die Sonne. Weil auch kein bis kaum Wind wehte, mussten neben ausländischen steuerbaren Kraftwerken auch verstärkt fossile Anlagen in Deutschland selbst einspringen. Die Strompreise auf den Großhandelsmärkten stiegen im Day-Ahead-Bereich in der Spitze auf mehr als 800 Euro pro Megawattstunde (MWh).

Strompreis auf neuem Jahreshöchststand

Völlig frei von Negativstunden blieb der Strommarkt im November aber auch nicht. Laut Energy-Charts sank der Day-Ahead-Preis an insgesamt elf Stunden unter null Euro. In diesen Fällen ist das Stromangebot, insbesondere Solar- und Windstrom, so groß, dass es die Nachfrage deutlich übersteigt. In der Folge erhalten Stromabnehmer in diesen Stunden sogar Geld.

Vor allem dunkelflautenbedingt kostete Strom auf dem deutschen Day-Ahead-Markt (Epex Spot) im November durchschnittlich 114 Euro pro MWh. Das war ein neuer Monatshöchstwert in diesem Jahr. Seit 2006 waren nur zwei November noch teurer: der in den Energiekrisenjahren 2021 und 2022 (jeweils 177 und 174 Euro pro MWh).

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