Amprion plant, ab 2030 Windstrom mit einer Kapazität von vier Gigawatt in die Verbrauchszentren des Ruhrgebietes zu transportieren und damit die Leistung fünf großer Kohlekraftwerke zu ersetzen.

Amprion plant, ab 2030 Windstrom mit einer Kapazität von vier Gigawatt in die Verbrauchszentren des Ruhrgebietes zu transportieren und damit die Leistung fünf großer Kohlekraftwerke zu ersetzen.

Bild: © Amprion

Die sogenannte "Windader West" soll ab 2032 in großem Stil Windstrom aus der Nordsee nach Nordrhein-Westfalen bringen. Den Namen und weitere Einzelheiten des milliardenschweren Gleichstrom-Kabelprojekts stellte am Donnerstag der Übertragungsnetzbetreiber Amprion vor. "Bis zu acht Gigawatt Leistung aus Offshore-Windenergie soll die Stromverbindung direkt nach Nordrhein-Westfalen bringen und damit in Summe den Energiebedarf von acht Millionen Menschen decken", teilte das Unternehmen mit.

Der Energiekorridor "Windader West" besteht demnach aus vier Einzelprojekten mit jeweils zwei Gigawatt Leistung. Insgesamt sollen 16 bis 18 Mrd. Euro investiert werden. Die vier Projekte sollen 2032, 2033, 2034 und 2036 in Betrieb genommen werden.

Unter Langeoog

Die Leitungen sollen den auf See erzeugten Windstrom aufnehmen und über Hunderte Kilometer nach NRW bringen. Während eine Leitung die ostfriesische Insel Norderney unterqueren soll, ist nach Angaben eines Sprechers angedacht, dass die anderen drei die Insel Langeoog unterqueren. Der Korridor und später dann der genaue Trassenverlauf sollen in den kommenden in einem aufwendigen Verfahren festgelegt werden.

"Eine frühe Beteiligung aller Interessengruppen ist uns besonders wichtig", sagte ein Amprion-Sprecher. "So können wir mit den Menschen vor Ort in Kontakt treten und wichtige Hinweise aufnehmen, die uns bei unseren Planungen helfen." Im Oktober will Amprion erste Informationsveranstaltungen anbieten, um über das Projekt und die Inhalte des ersten Genehmigungsschritts, das sogenannte Raumordnungsverfahren, zu informieren.

NRW-Stromnetz

Die Trassen sollen in Nordrhein-Westfalen an unterschiedlichen Orten enden: in Wesel, in Haltern, in Rommerskirchen und in Oberzier. In der Nähe von dort bereits befindlichen Umspannanlagen soll der Gleichstrom dann in sogenannten Konverterstationen in Wechselstrom umgewandelt werden, der dann ins NRW-Stromnetz eingespeist werden kann.

Amprion ist einer von vier Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland, die für den überregionalen Stromtransport zuständig sind. Neben der «Windader West» plant Amprion noch weitere Gleichstromverbindungen, die Nordsee-Windstrom nach NRW und Hessen bringen sollen. (dpa/jk)

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