Das Unternehmen Enertrag betreibt seit dem 25. Oktober 2011 ein Hybridkraftwerk bei Prenzlau und gewinnt damit Wasserstoff.

Das Unternehmen Enertrag betreibt seit dem 25. Oktober 2011 ein Hybridkraftwerk bei Prenzlau und gewinnt damit Wasserstoff.

Bild: Enertrag

Der Anteil erneuerbarer Energien im deutschen Strommix wächst stetig. 2017 waren bereits 36,2 Prozent des Stroms „erneuerbar“. Doch in den anderen großen Bereiche Wärme und Mobilität gibt es kaum Fortschritte: Eine Stagnation seit Jahren bei rund 13 Prozent im Wärmebereich und gut fünf Prozent im Straßenverkehr. Abhilfe kann die Sektorenkopplung bringen, bei der Strom aus regenerativen Quellen für die Heizung oder die Mobilität genutzt wird. Eine neue Internetseite forum-synergiewende.de liefert hierzu den aktuellen Sach- und Diskussionsstand der Sektorenkopplung mit Wissens- und Meinungsbeiträgen sowie Praxisbeispielen.

Nach Meinung der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) soll die neue Webseite eine zentrale Botschaft transportieren: Für die Energiewende ist mehr Strom aus erneuerbaren Energien notwendig, auch weil klimafreundliche Wärme und Mobilität zunehmend aus Ökostrom erzeugt werden müsse.

Die Technologie ist vorhanden

„Wenn Deutschland seinen Beitrag zum 1,5-Grad-Ziel von Paris liefern will, ist die Sektorenkopplung unverzichtbar“, sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. „In den Sektoren Wärme und Verkehr müssen wir künftig mehr Strom aus erneuerbaren Energiequellen nutzen.“ Das Potenzial von Wärme aus Solarthermie oder Biokraftstoffen im Verkehr sei auch bei deutlich höherem Effizienzgrad nicht ausreichend.

„Die nötigen Technologien, um Strom zu Wärme oder zu Gas umzuwandeln beziehungsweise in der Mobilität zu nutzen, sind schon heute verfügbar“, bekräftigt  Nils Boenigk, kommissarischer Geschäftsführer der AEE. „Wir möchten innovative Akteure in Kommunen und Regionen dazu anregen, diese mit erneuerbarem Strom aus Solar- und Windenergie zu kombinieren. Gerade Stadt- und Gemeindewerke sind mit den lokalen Potenzialen bestens vertraut und können daher besonders effektive Lösungen entwickeln.“

Handlungsempehlungen an die Akteure

„Die Sektorenkopplung steht trotz allem noch vor vielen offenen Fragen“, bemerkt Boenigk. Diese beträfen insbesondere das Marktumfeld und die regulatorischen Rahmenbedingungen. Hier wollen die Akteure Handlungsempfehlungen an die Politik erarbeiten. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. (sig)

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