Ersatzsysteme für das Dauerblinken an den Windturbinen kosten mehrere Tausend Euro. Die Verpflichtung zur Umrüstung ist unausweichlich. Es gibt jedoch Ausnahmen.

Ersatzsysteme für das Dauerblinken an den Windturbinen kosten mehrere Tausend Euro. Die Verpflichtung zur Umrüstung ist unausweichlich. Es gibt jedoch Ausnahmen.

Bild: © dk-fotowelt/Adobe Stock

In der Uckermark strahlen künftig nur noch die Sterne am Himmel, das Blinken der Windkraftanlagen erscheint nur noch, wenn tatsächlich Luftfahrzeuge in der Nähe sind. Statt Transpondern wird hier jedoch auf Radarsysteme gesetzt.

Die Dark Sky, ein zu Enertrag gehörender Anbieter für bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung (BNK) hat auf dem Windfeld „Kleisthöhe“ in der Nähe der Dörfer Sommersdorf und Steinfurth bereits 165 Windturbinen umgerüstet. Zwei Radarmasten überwachen dabei eine Fläche von mehr als 1000 Quadratkilometern.

150 weitere Anlagen schalten in den kommenden Wochen ab

In den nächsten Wochen soll die Genehmigung für weitere 150 Windräder erteilt werden, so die Erwartungen des Unternehmens. In einem Testflug soll das System dann von der Deutschen Flugsicherung für zusätzliche 121 Windenergieanlagen qualifiziert werden. Dank der großen Abdeckung durch das Radarsystem können jedoch weitere Anlagen eingebunden werden. Eine Gesamtanlagenzahl bis 400 ist technisch möglich.

Die Pflicht zur BNK gilt bereits seit Sommer 2020, auch in Nordrhein-Westfalen läuft der Rollout dementsprechend ambitioniert. Dort versucht der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) NRW über ein Cluster-System, möglichst viele Anlagen zusammenzufassen, sodass diese sich ein Transpondersystem teilen.

Transponder marktführend

Mittlerweile werden am Markt zunehmend Systeme auf Basis von Transpondertechnik angeboten, das wirkt sich auch auf das Geschäft der Dark Sky aus. Großprojekte wie in der Uckermark seien künftig wohl eher die Seltenheit. „Die jetzt einsetzbare Transpondertechnik und die BNK-Verpflichtung haben das Marktumfeld verändert. Es wird mehr Wert auf schnelle und problemlose Umsetzung als auf eine möglichst breite Abstimmung gelegt. Daher haben wir bei unserem neuen Transpondersystem einen konsequent dezentralen Ansatz gewählt“, berichtet Dark-Sky-Geschäftsführer Thomas Herrholz.

Die Transponder-Empfangstechnik sei deutlich günstiger als die zentralen Radaranlagen, daher kann man sie auch ohne Kommunikationsnetze lokal einsetzen und zudem genau auf den Einbauort abstimmen, so Herrholz und weiter: „Somit finden wir auch für die Einzelanlagen und kleinen Projekte kostengünstige Lösungen, die bislang nicht von den regional übergreifenden Projekten profitieren konnten.“ (lm)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper