Im nordrhein-westfälischen Coesfeld ging im August 2021 einer der größten Windparks des Landes vollständig in Betrieb. Die 13 Anlagen von Siemens Gamesa sollen nun mit 53 MW rein rechnerisch jedes Jahr 40.000 Haushalte mit Ökostrom versorgen. Nicht nur die Leistungsstärke des Projekts mit dem Namen „Coesfeld Letter Bruch“ ist beeindruckend, auch seine Finanzierung könnte Vorreiterpotenzial für die Branche haben.
Der Park wird von einem Konsortium aus Stadtwerken, Landwirten, einem Projektentwickler und den Bürger*innen vor Ort betrieben. Zwar gibt es deutschlandweit bereits mehrere Windparks, an denen sich Standortgemeinden und Privatpersonen beteiligen können, aber eine solche Kombination an Betreibern ist selten. Dabei hält die SL Naturenergie, als Projektiererin 50 Prozent an den Anlagen, die Stadtwerke Borken und Coesfeld, die zusammen den Stadtwerkeverbund Emergy bilden, sind mit 25 Prozent beteiligt und einer Gruppe von Landwirten gehören 25 Prozent.
Restriktive Abstandsregeln machen den Ausbau in NRW schwierig
Die Bürger*innen konnten sich direkt beteiligen. So sind fünf Mio. Euro Bürgerkapital zu Stande gekommen. „In Sachen Bürgerbeteiligung und Akzeptanz ist Coesfeld Letter Bruch eine Blaupause, die zeigt, wie möglichst vielen Akteure vor Ort die Erträge eines Windparkpark zugutekommen können, resümiert Milan Nitzschke, Geschäftsführer bei der SL Naturenergie GmbH aus Gladbeck.
Wie drigend NRW Projekte mit so viel Akzezptanz und in der Größenordnung braucht, zeigt ein Blick auf die diesjährigen Zubauzahlen. In den ersten sechs Monaten sind nur 37 neue Windräder errichtet worden. Dabei war das Land 2020 noch unter den deutschen Spitzenreitern beim Ausbau. Grund für den Einbruch sind unter anderem die restriktiven Abstandsregeln, die die Landesregierung erst jüngst beschlossen hat. NRW gehört zu den Ländern, die den maximalen Mindestabstand von 1000 Metern, wie ihn die Bundesregierung vorschreibt, voll ausschöpft. In Coesfeld merkt man davon wenig, hier werden bereits weitere Windparks geplant. Schon heute produziert die Kommune mehr Windstrom als sie selbst verbraucht. (lm)



