Der dänische Energiekonzern Ørsted, der sich mit 5600 MW installierter Leistung als Offshore-Weltmarktführer sieht, ist bereit, je nach Preis den gesamten in der deutschen Nordsee produzierten Windstrom in grünen Power Purchase Agreements (PPA) zu vertreiben. Dies berichtet die am Montag erscheinende Druckausgabe der ZfK (nur im Abo erhältlich; Seite 21). Sie beruft sich dabei auf einen Vortrag von Timo Schumann von Ørsted Sales beim 13. »Erfahrungsaustausch Stadtwerke-Kooperationen«. Dieser fand Mitte September in München statt und wurde von der LBD-Beratungsgesellschaft moderiert.
Grüne PPAs sind langfristige Lieferverträge vom Vermarkter von Erneuerbaren-Anlagen vornehmlich mit der Industrie, bei Örsted demnach ab einem Bedarf von 100 GWh pro Jahr, punktuell auch mit Stadtwerken, fast immer zum fixen Strompreis und momentan auf 15 Jahre. Schumann: »Wenn wir das (so) zu 100 Prozent verkauft bekommen, verkaufen wir das zu 100 Prozent«, sagte er in dem presseöffentlichen Teil des von der LBD-Beratungsgesellschaft moderierten Treffens.
Ungewöhnliche Kalkulationsbasis
Ørsted unterhält vor Deutschland zwei Windparks mit zusammen 760 MW Nennleistung im eigenen und fremden Eigentum, deren Subventionen 2025 auszulaufen beginnen, und hat den Zuschlag für subventionsfreie weitere 900 MW. Der Konzern will die grünen Erzeugungsmengen kaum in den Großhandel geben, wo sie zu herkunfts- und markenlosem Graustrom werden würden, so Schumann. Stattdessen sind PPAs der Vermarktungsrahmen der Wahl.
Schumann machte in der ZfK auch Ausführungen zu der ungewöhnlichen Kalkulationsgrundlage von Ørsted Sales und begründete seine Zuversicht, dass der Konzern mit jedem PPA, auf 15 Jahre gesehen, Gewinn machen wird.
Von Handelshäusern zu Prozessdienstleistern
Johannes Angloher, Co-Geschäftsführer der Thüga-Handelstochter Syneco, stellte seinen kommunalen Kollegen bei dem Treffen zusammen mit Simon Klimmek – Vertriebsleiter seit Oktober 2018 – den aktuellen Wandel der Syneco vom klassischen Trading House zum »Prozessdienstleister« vor. »Am Ende steht nach unserer Überzeugung ein komplett durchlaufender Prozess.« (geo)



