Die Installationskosten für Solarenergie haben sich erneut verringert: Zwischen November 2023 und März 2024 sind die Preise für neu errichtete Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) und Batteriespeicher um mehr als vier Prozent gesunken. Bei kleinen Anlagengrößen beträgt der Preisunterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot oft bis zu 30 Prozent. Das hat die Vergleichsplattform für Solaranlagen und Wärmepumpen Selfmade Energy in ihrem ersten "Solarreport" herausgefunden.
Demnach gibt es auch regionale Unterschiede: So seien die stärksten Preisrückgänge in Ostdeutschland zu verzeichnen; die geringsten in westdeutschen Regionen. Das Berliner Unternehmen hat für seinen Bericht die Angebotspreise aller auf der Plattform gelisteten Installationsbetriebe ausgewertet, die Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher für Wohnhäuser anbieten.
Kaufzurückhaltung der Verbraucher
Tim Rosengart, Geschäftsführer und Gründer von Selfmade Energy führt den stetigen Preisrückgang seit Herbst 2023 unter anderem auf die gefallenen Modulpreise zurück. Allerdings würde die Preisentwicklung auch auf eine "Kaufzurückhaltung der Verbraucher" hindeuten, da diese "auf einen weiteren Preisrückgang hoffen". Zudem würden Investitionen in erneuerbare Energien aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten aktuell geringer priorisiert.
Bis zu 30 Prozent
Im regionalen Vergleich sticht dabei vor allem ein Ost-West-Gefälle ins Auge: Die stärksten Preisrückgänge sind in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu verzeichnen. In Rheinhessen, im Saarland, in Berlin-Brandenburg und in Mecklenburg-Vorpommern haben sich die Preise hingegen am geringsten verändert.
Die Preisunterschiede zeigen sich außerdem am stärksten bei kleinen Anlagen (6 KW) zwischen 1,66 Euro und 2,10 Euro pro Wattpeak (Wp). Im März betrug die Differenz zwischen den günstigsten und den teuersten Angeboten demnach bis zu 30 Prozent und mehr.
Transparenz bei Privatanlagen
Mit dem neuen Solarreport will Selfmade Energy mehr Preistransparenz für private Dachanlagen (sogenannte "Residential"-Systeme) schaffen. Bei großen Freiflächenanlagen im Photovoltaikmarkt existiert diese bereits.
"Wir sehen, dass sich die Betriebe an den Preisen der Konkurrenz orientieren, wenn die Preise öffentlich zugänglich sind", so Geschäftsführer Rosengart. Um zu verkaufen, komme es nun stärker auf das Produkt an. Davon würden solide und innovative Betriebe und Anlagenbetreiber profitieren. Das Berliner Unternehmen will künftig vierteljährlich einen neuen Bericht veröffentlichen. (jk)



