Rund 1160 MW wurden zwischen Januar und April 2021 an neuen Windkraftprojekten genehmigt. Dies ist die höchste Zahl an neu erreichten Genehmigungen in einem ersten Quartal seit 2016. Allein im März wurden fast 800 MW bewilligt. Vor allem die Nordländer, wie Schleswig-Holstein (317 MW) und Niedersachsen (250 MW) haben kräftig angezogen, so der BWE, der die Zahlen auf der Grundlage einer Auswertung des Marktstammdatenregisters durch die Fachagentur Wind, veröffentlicht hat.
Aus Sicht von Hermann Albers, Präsident des BWE ist das vorerst ein positives Zeichen: „Insgesamt zeigen die Zahlen zu den Genehmigungen, dass die Windbranche Schritt für Schritt auf einen positiven Ausbaupfad zurückfindet. Der zaghafte Anstieg von Genehmigungen und Ausschreibungsvolumen aus 2020 setzt sich 2021 fort.“
Verknappungsmechanismus könnte Ausbau bremsen
Gründe für das Wachstum seien erfolgreiche Flächenausweisungen in manchen Bundesländern, aber auch der erklärte politische Wille vor Ort den Ausbau stärker zu fokussieren. Vor allem im Süden Deutschlands ist dies bislang noch nicht der Fall. So sei die Genehmigungslage vor allem im Industriestarken Bayern und Baden-Württemberg nach wie vor mit insgesamt lediglich 36 MW unzureichend.
„Der Süden hängt sich selbst ab. Die Landespolitik hat eine besondere Verantwortung die Energiewende wieder auf Kurs zu bringen. Es braucht gerade in den Industrieregionen mehr Zubau“, moniert Albers. Sorgen bereitet dem BWE-Präsident jedoch auch die ausstehende beihilferechtliche Genehmigung des EEGs, die bislang die Veröffentlichung und Genehmigung der Zuschläge aus der ersten Ausschreibung 2021 blockiert.
Und auch der Kürzungsmechanismus für das Ausschreibungsvolumen im novellierten EEG sorge laut BWE für Verunsicherung in der Branche. Für die Ausschreibung am 1.5. 2021 stehen 1160 MW zur Verfügung. Hinzu kommen jedoch noch nicht bezuschlagte Gebote und Volumen aus der vergangenen Februar-Ausschreibung. (lm)



