Ersatzsysteme für das Dauerblinken an den Windturbinen kosten mehrere Tausend Euro. Die Verpflichtung zur Umrüstung ist unausweichlich. Es gibt jedoch Ausnahmen.

Ersatzsysteme für das Dauerblinken an den Windturbinen kosten mehrere Tausend Euro. Die Verpflichtung zur Umrüstung ist unausweichlich. Es gibt jedoch Ausnahmen.

Bild: © dk-fotowelt/Adobe Stock

Um die Flugsicherheit zu gewährleisten, müssen Windräder in der Nacht mit Leuchten gekennzeichnet werden. Das Energiesammelgesetz hatte Anfang des Jahres eine Änderung zu Gunsten von Transpondern anstatt Dauerblinkern vorgesehen. Künftig sollten die Anlagen nur noch bei tatsächlichem Bedarf blinken – nämlich dann, wenn sich ein Flugzeug den Anlagen auf 4000 m und in einer Höhe von 600 m nähert. Nun testet der Erneuerbare-Energien-Erzeuger Enertrag erstmals den Einsatz einer Radarsteuerung mit dem Namen Dark Sky.

Am Donnerstag soll es in der Uckermark zwischen 20 und 22 Uhr dunkel werden. Testweise werden im Umkreis vieler uckermärkischer Dörfer einige der roten Blinklichter an den Windenergieanlagen ausgeschaltet. Dabei können zwei Radarstationen jede Flugbewegung im Umkreis von 25 km erfassen und die Beleuchtung der Anlagen bedarfsgerecht einschalten. Die Signale werden über die vorhandenen Lichtwellenkabeln zwischen den Anlagen und über das Internet gesendet.

DFS wehrt sich gegen Vorwürfe

Im September sollen die Testflüge der Deutschen Flugsicherung (DFS) beginnen, um das Ganze unter realen Bedinungen zu testen. Der DFS wurde in der Vergangenheit vorgeworfen, den Bau von Windkraftanlagen zu verhindern. Jetzt haben sie die Vorwürfe zurückgewiesen. "Wir blockieren nicht die Energiewende – das Gegenteil ist der Fall: Wir unterstützen den Ausbau der Windenergie, wo immer es möglich ist", sagte DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle. Jede Anfrage zum Bau neuer Windkraftanlagen werde von Spezialisten einzeln beurteilt. Allerdings könnten Windräder die Navigationssignale der Flugsicherung verfälschen. "Zugeständnisse für die Windenergiebranche zu Lasten der Sicherheit kommen für uns nicht in Frage", betonte Scheurle.

Hintergrund ist ein offener Brief, in dem Unternehmen aus der Windbranche der Flugsicherung vorwerfen, Projekte für die Windenergie zu verhindern. Am stärksten davon betroffen sei die Region Hannover-Hildesheim-Peine in Niedersachsen. Auch der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) hatte zuletzt von "restriktiven Verfahrensweisen der zivilen Flugsicherung" gesprochen. (pm/dpa)

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