Mit einer Mega-Batterie und Wasserkraft will der RWE-Konzern einen Beitrag leisten, um das Stromnetz zu stabilisieren.

Mit einer Mega-Batterie und Wasserkraft will der RWE-Konzern einen Beitrag leisten, um das Stromnetz zu stabilisieren.

Grafik: © RWE

In Lingen hat der Energiekonzern RWE ein Megabatteriesystem für die Speicherung von erneuerbarer Energie vorgestellt. Zusammen mit einem Standort im nordrhein-westfälischen Werne halte RWE mit dem System eine Speicherkapazität von 117 Megawatt vor, das innerhalb einer Sekunde die gespeicherte Energie eine Stunde lang abgeben kann, sagte Roger Miesen, Vorstandsvorsitzender der RWE Generation.

Der Batteriespeicher bildet mit seinen zwei Standorten ein gemeinsames System mit RWE-Wasserkraftwerken entlang der Mosel. Der gespeicherte Strom soll zur Netzstabilisierung dienen. Das Investitionsvolumen für die Megabatterie beträgt rund 50 Millionen Euro. Die Megabatterie hat dem Unternehmen zufolge bereits Strom ins Netz eingespeist und befinde sich im Probebetrieb.
 

Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Christian Meyer (Grüne) würdigte die Investition von RWE in erneuerbare Energien, sie seien ein wichtiger Schritt für die Energiewende. Das Land Niedersachsen fördere in Lingen den Aufbau von zwei Elektrolyseuren zur Wasserstofferzeugung. Zum einen handelt es sich laut Energieministerium um eine sogenannte PEM-Elektrolyse mit 4 Megawatt Leistung und eine alkalische Elektrolyse mit einer Leistung von 10 Megawatt.

Ausbau einer Wasserstoffelektrolyse mit einer Leistung von 300 MW geplant

Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf über 28 Millionen Euro, wovon Niedersachsen 8 Millionen Euro übernehme. Dies sei der Startpunkt für den nachfolgend beabsichtigten Ausbau einer Wasserstoffelektrolyse mit einer Leistung von 300 Megawatt, der bis 2026 am Standort des Gaskraftwerks in Lingen erfolgen soll.

«Ohne den ambitionierten Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft werden wir den nachhaltigen Umbau unserer Energieversorgung nicht schaffen», sagte Meyer. Lingen solle dafür einer der wichtigsten Standorte sein. Hier solle künftig Wasserstoff in großem Stil erzeugt werden, der für die Industrie bestimmt sei.

Auch das Pipelinenetz für Wasserstoff wird ausgebaut

Auch das Pipelinenetz für Wasserstoff soll laut Meyer ausgebaut werden. So ist zwischen Lingen und Gelsenkirchen eine 130 Kilometer lange Wasserstofftransportinfrastruktur geplant. Das beantragte Fördervolumen allein für das Teilprojekt einer Wasserstofferzeugungsanlage der RWE mit dem Titel «Get H2 Nukleus» beträgt gut 500 Millionen Euro, der Landesanteil solle rund 150 Millionen Euro betragen.

Mit dem Aufbau weiterer Elektrolyseure bei der Raffinerie in Lingen und der Ausspeicherungsanlage von Wasserstoff aus organischem Trägeröl werde weiterer Wasserstoff in Lingen produziert. «Damit wird das Emsland künftig eine der wesentlichen Quellen für grünen Wasserstoff in Europa», sagte Meyer.

RWE betreibt aktuell Batteriespeicherprojekte mit einer installierten Leistung von rund 270 MW (280 MWh) und setzt weltweit Batteriespeicherprojekte mit einer Leistung von mehr als 700 MW (1700 Megawattstunden) um. Der Energikonzern hat das Ziel, weltweit bis 2030 drei Gigawatt an Batteriespeichern zu bauen. (dpa/hoe)

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