Von Julian Korb
Der Solar-Ausbau in Deutschland zeigt sich in den ersten drei Quartalen 2025 mit deutlichen regionalen Unterschieden. Von Januar bis September wurden bundesweit knapp 12.000 Megawatt neue Photovoltaik-Leistung installiert, was einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet, als rund 12.400 MW zugebaut wurden. Allein im September kamen knapp 900 MW hinzu. Sollen die Ausbauziele von 215.000 MW bis 2030 erreicht werden, müssten monatlich allerdings rund 1600 MW installiert werden.
Bayern festigt seine Spitzenposition im bundesweiten Vergleich eindrucksvoll: Mit über 3000 MW neu installierter Leistung in den ersten neun Monaten 2025 liegt der Freistaat deutlich vor allen anderen Bundesländern. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit etwa halb so viel Nettozubau.
Solarpflicht zeigt Wirkung
Die Stadtstaaten und kleinere Flächenländer verzeichnen erwartungsgemäß deutlich geringere absolute Zubauraten, zeigen aber durchaus beachtliche Aktivitäten. Bremen und Hamburg können die installierte Leistung gegenüber Ende 2024 am stärksten steigern.
Während Bayern und Nordrhein-Westfalen sowohl bei Dach- als auch bei Freiflächenanlagen stark zulegen, profitieren ostdeutsche Länder wie Brandenburg und Sachsen-Anhalt besonders von großen Freiflächenprojekten. Die Stadtstaaten setzen verstärkt auf die Nutzung von Dachflächen auf Wohn- und Gewerbegebäuden.
Ab 2025 führen mehrere Bundesländer eine Pflicht zur Installation von Photovoltaikanlagen ein, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern und Klimaziele zu erreichen. Die Solarpflicht zeigt vor allem in den Stadtstaaten offenbar Wirkung. In Bremen müssen bei Neubauten seit Sommer 2025 etwa 50 Prozent der Dachfläche mit PV-Anlagen ausgestattet sein. Auch bei Dachsanierungen greift die Pflicht. Ähnliche Vorgaben hat auch Hamburg, bei Neubauten sogar bereits seit Anfang 2023.
Freiflächensolar wird tragende Säule
Während in den vergangenen Jahren vor allem das Heimsegment führend beim PV-Ausbau war, hat sich dies 2025 geändert. Mit rund 5500 MW neuer Leistung machen Freiflächenanlagen nahezu die Hälfte des Solarzubaus aus. Bayern dominiert das Segment mit fast 2000 MW, gefolgt von Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg mit jeweils gut 500 MW.
In Nordrhein-Westfalen ist wiederum Gebäudesolar sehr stark – Platz zwei hinter Bayern.
Beim relativen Wachstum stechen die Balkonkraftwerke hervor. Mit rund 450 Megawatt ist bereits mehr Leistung neu in Betrieb gegangen als im gesamten Vorjahr (437 MW). Allein in Berlin und Hamburg wurden im laufenden Jahr bereits über 30.000 Balkonkraftwerke neu in Betrieb genommen.
Bayern oder Berlin an der Spitze
Bayern und Baden-Württemberg bleiben auch 2025 die Bundesländer mit der meisten installierten Solarleistung, wobei Bayern doppelt so viel Leistung vorweisen kann.
Zieht man die Landesfläche zum Vergleich heran, hat Thüringen die geringste Solarleistung in Betrieb, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern. Im Vergleich zur Landesfläche ist Berlin die deutsche Solar-Hochburg.



