Die Stadtwerke Heidenheim AG-Unternehmensgruppe (Stadtwerke AG) setzt ihren Wachstumskurs im Erneuerbaren-Bereich fort. Die jüngste Akquisition: 16 Windenergieanlagen an vier verschiedenen Standorten in Mittel- und Norddeutschland. Das neu erworbene Portfolio hat einen Leistungsumfang von 38,3 MW, Verkäufer ist der Bremer Windparkentwickler und -betreiber wpd. Durch den Zukauf steigt das Erneuerbaren-Portfolio der Stadtwerke AG von 94 auf 132,5 MW.
"Das ist eine stattliche Erweiterung unseres Portfolios", kommentiert Dieter Brünner, Vorstand der Stadtwerke AG, auf ZfK-Anfrage. Der jüngste Zukauf verteilt sich auf insgesamt fünf Windparks, diese wurden im April rückwirkend zum 1. Januar 2019 gekauft. Das Portfolio umfasst konkret die Windparks Breitenfelde I und II mit fünf Windenergieanlagen (WEA) vom Typ Enercon E-92 in Schleswig-Holstein, den Windpark Weertzen mit drei WEA vom Typ Enercon E-92 in Niedersachsen, den Windpark Holzthaleben mit fünf WEA vom Typ Nordex N 117 in Thüringen, sowie den Windpark Wahlsdorf mit drei WEA vom Typ General Electric 2.5-120 in Brandenburg.
Andere Stadtwerke können Anteile erwerben
Die Windenergieanlagen wurden zwischen Dezember 2015 und November 2017 in Betrieb genommen und zeichnen sich laut der Stadtwerke AG durchgängig durch sehr gute Windverhältnisse aus. Die Windparks passen laut Dieter Brünner sehr gut zum bestehenden EE-Anlagenbestand der kommunalen Unternehmensgruppe. "Wir werden auch diese Windanlagen in ein, zwei Jahren sukzessive unserem Netzwerk an Stadtwerke-Partnern als Beteiligungsoption anbieten", so der Vorstand. Die Stadtwerke AG fährt in der Regel einen Park für eine gewisse Zeit allein und optimieren ihn, dann werden bis zu 74,9 Prozent der Anteile veräußert. Die Heidenheimer bleiben aber Betriebsführer.
"Wir streben bei den Projekten immer eine Risikostreuung an und versuchen unterschiedliche Standorte und Anlagen verschiedener Hersteller zu bündeln und nach Möglichkeit auch einen gewissen PV-Anteil beizumischen", erklärt Brünner. Für die technische und kaufmännische Betriebsführung der Anlagen hat das Unternehmen eine eigene Fachabteilung aufgebaut, die mittlerweile vier Personen umfasst. Auf den Erneuerbaren-Bereich entfällt mittlerweile rund ein Viertel des Konzernergebnisses. "Das ist mittlerweile ein ganz wesentliches wirtschaftliches Standbein für uns", versichert Brünner.
Eigene Projektgesellschaften
Finanziert werden die Anlagenkäufe zum Teil über Banken- und KfW-Darlehen, über Gesellschafterdarlehen der SWH und über die Verkäufe von Beteiligungen an bereits opitmierten Windparks aus dem Bestand. Für jede Akquisition wird eine eigene Projektgesellschaft gegründet. Die kommunale Unternehmensgruppe ist seit acht Jahren in dem Geschäftsfeld der Erneuerbaren aktiv.
"Der Wind- und PV-Ausbau stagniert in Süddeutschland, Neubauprojekte sind ein rares Gut", sagt der Chef der Stadwerke AG. Deshalb konzentriere man sich auf den Zukauf von bereits gebauten Parks. "Wir haben aktuell verschiedene Projekte im Windbereich in der Prüfung", bekräftigt er. Im PV-Bereich arbeite man aktuell an eigenen Projektentwicklungen. Ob diese zur Projektreife geführt werden könnten, wisse man aber noch nicht.
100 Mio. kWh Ökostrom pro Jahr zusätzlich
Rund 24 Prozent des EE-Portfolios der Stadtwerke Heidenheim AG–Unternehmensgruppe besteht aus PV-Anlagen. Die jährliche Gesamterzeugungsmenge an Ökostrom aus eigenen EE-Anlagen umfasst mittlerweile 265 Mio. kWh pro Jahr. Dies ist mehr als der gesamte Stromverbrauch im Netzgebiet von Heidenheim, dieser entspricht rund 200 Mio. kWh. Die insgesamt 16 neu hinzugekommenen WEA allein speisen jährlich über 100 Mio. Kilowattstunden (kWh) ins Stromnetz ein. Der aktuelle Leistungsumfang des Portfolios von rund 132,5 MW ist ein Bruttowert, der nicht auf die Beteiligungsverhältnisse an den einzelnen Anlagen heruntergerechnet ist. An vielen Windparks halten die Heidenheimer beispielsweise "nur" eine 25,1-Prozent-Beteiligung. (hoe)


