Wie können Kommunen und Stadtwerke durch Bürgerbeteiligung die Energiewende gestalten? Auch darum ging es bei der Stadtwerke-Konferenz der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien (Eurosolar). Daniel Craffonara, Geschäftsführer, Grüner Strom Label, ging auf zwei Praxisbeispiele aus Münster und Konstanz ein.
In Konstanz hat der Gemeinderat kürzlich beschlossen, bis spätestens 2035 weitgehend klimaneutral zu sein. Eine Maßnahme dazu ist die Errichtung eines sogenannten "Klimafonds", an dem auch die Stadtwerke Konstanz beteiligt sind.
Klimafonds für die Energiewende
Die Idee dabei ist, dass sowohl die Stadt als auch die Stadtwerke in den Fonds einzahlen. Der Fonds wiederum fördert mit den eingeworbenen Mitteln Klimaschutzmaßnahmen. Empfänger sind potenziell alle Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft in Konstanz, die Zuschüsse für Projekte erhalten wollen.
Beispiele hierfür sind etwa eine Breitenförderung in Solaranlagen oder Energiespeicher. Aber auch individuelle Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energien wie etwa für Wärmenetze oder Energieeffizienzmaßnahmen können gefördert werden. Maßgeblich ist ein Kriterien-Katalog.
Vorrang für Ökostrom-Kunden
In Münster soll die Klimaneutralität dagegen möglichst bis 2030 erreicht werden. Die Stadtwerke Münster wollen den Wandel aktiv vorantreiben und alle Haushaltskunden perspektivisch mit selbst erzeugtem Strom versorgen. Schlüssel ist dafür auch eine Bürgerbeteiligung: Alle neuen Solar- und Windanlagen sollen für Bürger geöffnet werden.
Dafür haben die SW eine eigene digitale Plattform ins Leben gerufen. Bürger, die bisher zertifizierten Ökostrom vom Grüner-Strom-Label beziehen, haben den Vorteil, dass sie früher bei der Bürgerbeteiligung zeichnen dürfen. Doch Interessierte müssen vorerst warten: Innerhalb von 24 Stunden war das erste Angebot mit einem Volumen von 250.000 Euro bereits vollständig gezeichnet. (jk)



