Über 50 Prozent des in München verbrauchten Stroms decken die SWM mittlerweile über Ökostrom aus eigenen Anlagen oder Beteiligungen ab. Das Bild zeigt einen kleinen Ausschnitt des Windparks Havelland in Brandenburg, dieser zählt mit 83 Anlagen zu den größten zusammenhängenden Windparks in Deutschland.

Über 50 Prozent des in München verbrauchten Stroms decken die SWM mittlerweile über Ökostrom aus eigenen Anlagen oder Beteiligungen ab. Das Bild zeigt einen kleinen Ausschnitt des Windparks Havelland in Brandenburg, dieser zählt mit 83 Anlagen zu den größten zusammenhängenden Windparks in Deutschland.

Bild: © SWM

Auch in Polen wollen die Stadtwerke München (SWM) im Rahmen ihrer Ausbauoffensive künftig Ökostrom erzeugen. Die Vollversammlung des Münchner Stadtrats hat dafür am Mittwoch den Weg freigemacht und dem Kauf einer polnischen Projektgesellschaft zugestimmt. Diese soll laut einem Artikel der "Süddeutschen Zeitung (SZ)" einen Windpark mit einer Leistung von rund 130 MW in Polen errichten. Über die notwendigen Genehmigungen für den laut Sitzungsvorlage "baureifen Windpark" soll die Gesellschaft bereits verfügen, gemäß SZ soll die Investitionssumme im dreistelligen Millionenbereich liegen. Die Projektgesellschaft gehöre aktuell einem "etablierten, in Deutschland ansässigen Projektentwickler", heißt es in der Vorlage.

"Wie stabil ist Polens Regierung?"

Im Vorfeld hatte es eine Woche zuvor im Wirtschaftsausschuss aus einzelnen politischen Lagern kritische Stimmen zu dem Projekt gegeben. "Die Regierung in Polen ist alles andere als stabil", sagte Stadträtin Sabine Krieger (Die Grünen/Rosa Liste), die auch im Aufsichtsrat der SWM sitzt. Zwar sei der Fördertarif für 15 Jahre gesichert, dennoch bestehe das Risiko, dass sich die Förderbedingungen verändern könnten. Krieger verwies dabei auf die Negativerfahrungen mit dem Solarkraftwerk Andasol 3 im spanischen Granada, dort hatte die spanische Regierung bereits zugesagte Fördermittel kurzer Hand gestrichen. Die Grünen/Rosa Liste stimmten dem Vorhaben im Stadtrat aber letztlich zu, lediglich die FDP und die Bayernpartei votierten dagegen.

Die FDP hatte im Vorfeld die laut Beschlussvorlage angegebene Eigenkapitalverzinsung des Projekts von mindestens zwei Prozent als zu niedrig kritisiert. Die Stadtwerke München wollten sich bisher im Vorfeld der Realisierungsentscheidung nicht zu Details des geplanten Vorhabens äußern. "Die SWM sind für das Vorantreiben ihrer Ausbauoffensive mit vielen potenziellen Projektpartnern in Deutschland und in Europa im Gespräch. Relevante Projekte stellen sie dem Münchner Stadtrat als Vertreter ihrer Eigentümerin, der Landeshauptstadt München, vor", hieß es auf ZfK-Anfrage. Wenn der Stadtrat zustimmt, würden die Gespräche mit dem jeweiligen Partner konkretisiert. Die Vorstellung eines Projekts bedeute aber nicht automatisch, dass es dann auch realisiert werde.

Aktuell 4,4 Mrd. kWh Ökostrom pro Jahr

Die Realisierung des Windparks in Polen wäre ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum Ziel, bis 2025 so viel Ökostrom in eigenen Anlagen zu erzeugen, wie München benötigt. Aktuell verfügen die SWM über eine Erzeugungskapazität von rund 4,4 Milliarden kWh Ökostrom im Jahr. Mit Fertigstellung der bereits geplanten und im Bau befindlichen Anlagen werden es 2021 über 5,1 Milliarden kWh sein. Das entspricht mehr als 70 Prozent des Münchner Strombedarfs. Erst vor wenigen Wochen hatte das zu 100 Prozent kommunale Unternehmen eine weitreichende Kooperation im Onshore-Windbereich mit dem norwegischen Energieversorger Tronderenergi bekannt gegeben.

Auch 2018 hoher Ergebnisbeitrag der Erneuerbaren

Laut SWM ist die Ausbauoffensive auch wirtschaftlich mittlerweile sehr erfolgreich. Im Geschäftsjahr 2017 konnte das Unternehmen sein operatives Ergebnis um knapp 19 Prozent auf 615 Millionen Euro steigern – das entsprah dem bislang höchsten Ebit in der Geschichte der SWM. Zu den Steigerungen trugen hauptsächlich die Beteiligungen bei den erneuerbaren Energien bei, in einer Größenordnung von rund 140 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2018 erwarten die SWM einen Ergebnisbeitrag der Erneuerbaren in mindestens der gleichen Höhe. (hoe)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper