Blick auf das Großkraftwerk Mehrum in Niedersachsen.

Blick auf das Großkraftwerk Mehrum in Niedersachsen.

Bild: © Julian Stratenschulte/dpa

Ein Mix aus zunehmender Erneuerbaren-Stromproduktion, weniger Stromnachfrage, hohen CO2-Preisen und sinkenden Gaspreisen hat das Comeback der Steinkohleverstromung jäh beendet. Das zeigen frische Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) zum ersten Halbjahr 2023.

Demnach sank allein die Einfuhr von Steinkohle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18,5 Prozent. Der Kraftwerkebedarf ging sogar um 19 Prozent zurück. In der Stahlindustrie betrug das Minus zwei und im für Steinkohlelieferanten deutlich weniger relevanten Wärmemarkt vier Prozent.

Erneuerbare legen leicht zu

Auch im Vergleich zu anderen Energieträgern fiel der Rückgang mit minus elf Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2022 stark aus. Nur die Kernenergie- (minus 57 Prozent) und Braunkohleanteile (minus 18 Prozent) brachen noch stärker ein.

Im neuen Energieträger-Ranking belegt erneut Mineralöl trotz leichter Verluste Platz eins. Dahinter folgen Erdgas und erneuerbare Energien. Letztere legten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 als einzige aufgeführte Energiequelle um 0,5 Prozent zu.

Energieverbrauch stark rückläufig

Im Vergleich zum Vorjahr tauschen Braun- und Steinkohle die Plätze. Lag die Braunkohle im ersten Halbjahr 2022 noch vorne, liegt die Steinkohle nun auf Rang vier. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Kernenergie. Im April gingen die letzten Kernkraftwerke auf deutschem Boden vom Netz.

Auch insgesamt lag der Energieverbrauch in Deutschland nach vorläufigen AGEB-Berechnungen in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres mit rund sieben Prozent spürbar unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Hohe Energiepreise, schwache Konjunktur

Das Expertengremium führt dies insbesondere auf die hohen Energiepreise und die schwache konjunkturelle Entwicklung zurück. Von der Witterung seien im ersten Halbjahr im Gegenzug nur geringe verbrauchssteigernde Effekte ausgegangen.

Lediglich der im Zuge der aktuellen Flüchtlingsbewegungen zu verzeichnende Bevölkerungsanstieg habe zu einer Erhöhung des Energieverbrauchs geführt. Diese sei aber deutlich geringer ausgefallen als verbrauchssenkende Effekte, heißt es in dem Report. (aba)

Dieser Artikel wird im Laufe des Abends aktualisiert.

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