Seit Wochen scheinen die Preise am Strommarkt nur eine Richtung zu kennen: nach oben.

Seit Wochen scheinen die Preise am Strommarkt nur eine Richtung zu kennen: nach oben.

Bild: © Bernd Weißbrod/dpa

Von Julian Korb

Ein Stromausfall in zahlreichen Gemeinden in der Hallertau in Bayern hat am Dienstagnachmittag tausende Haushalte von der elektrischen Versorgung abgeschnitten. Auch das Handynetz brach weitgehend zusammen. Betroffen waren demnach mehrere Gemeinden in Freising, wie der Landkreis bestätigt.

Nach Angaben des örtlichen Energieversorgers Bayernwerk war ein Brand in einem Umspannwerk in Au (Landkreis Freising) die Ursache. Kurz nach 15 Uhr kam es demnach zu einem technischen Defekt, der eine starke Rauchentwicklung zur Folge hatte. Das Umspannwerk musste abgeschaltet werden, angeschlossene Stromkunden saßen im Dunklen.

Diskussion über Stromausfall-Konzept

Für Ärger sorgt nicht nur der Stromausfall an sich, sondern auch die wohl schlechte Vorbereitung der betroffenen Kommunen. So war die örtliche Feuerwehr während des Brandes nicht erreichbar, weil diese noch auf das Handynetz angewiesen war. Die Umstellung von der Handyalarmierung zu digitalen Pagern sei bei vielen Ortsfeuerwehren noch nicht vollzogen, berichtet der "Merkur". Das betrifft auch stromunabhängige Sirenen. Nicht alle Helfer konnten so alarmiert werden.

Der massive Stromausfall hat auch zu einer Debatte über sogenannte "Leuchttürme" geführt. Während des Blackouts standen der Bevölkerung in den betroffenen Orten zwar die Feuerwehrgerätehäuser als zentrale Anlaufstellen für Informationen und Hilfeleistungen zur Verfügung. Aber anscheinend erreichte diese Information die Anwohner kaum.

"Leuchttürme" gelten in vielen Kommunen als zentrales Element in der Blackout-Vorsorge. Sie bieten etwa Notstromversorgung, Funkverbindung, Notrufweiterleitung und Hilfestellung. Rote Schilder, auf denen ein weißer Leuchtturm und vier Personen abgebildet sind, weisen auf die Standorte hin.

Krisenvorsorge gewinnt an Bedeutung

Notfallkonzepte enthalten in der Regel auch Satelliten-Systeme für die Kommunikation der Rettungskräfte. Denn ohne Strom würden auch Telefone und Rechner nicht lange funktionieren. Dazu kommen Warn-Apps, Sirenen und Einsatzfahrzeuge mit Dach-Lautsprechern.

Als ungelöstes Problem gilt etwa die Versorgung Pflegebedürftiger, die zu Hause von strombetriebenen Geräten abhängig sind. Das gilt nicht nur in Bayern. "Die Gefahr eines großflächigen, länger andauernden Stromausfalls ist keine abstrakte Bedrohung mehr", sagte etwa Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) vergangene Woche. Auslöser könnte ein Extremwetterereignis, eine technische Störung, Sabotage oder eine Cyberattacke sein. "Unsere moderne, hochvernetzte Gesellschaft ist verletzlich", sagte Poseck, "die Stromversorgung ist unser Lebensnerv".

Auch in Freising ist mehr Resilienz im Krisenfall ein Thema. Kreisbrandrat Manfred Danner wird im "Merkur" zitiert: "Wir reden seit 2020 von Blackouts, aber wir werden von einigen Kommunen immer noch belächelt." Er plädiert dafür, die Infrastruktur für den Notfall, etwa mit Notstromaggregaten, dringend auszubauen.

Blackout-Zeiten bleiben niedrig

Bei Stromkunden in Deutschland fällt im Schnitt in 12,8 Minuten im Jahr der Strom aus. Das ist weltweit einer der geringsten Werte. Jedoch war der sogenannte Saidi-Wert im Jahr 2023 wieder leicht angestiegen. Immer wieder kommt es in Deutschland regional zu kurzen Stromunterbrechungen. 

So war etwa erst am Samstagabend in Teilen Regensburgs der Strom ausgefallen. Ein Sprecher der Stadtwerke sprach von einem "großflächigen Ausfall", der mehrere Stunden angedauert habe. Hunderte Haushalte hätten stundenlang keinen Strom gehabt. 

Angaben einer Polizeisprecherin zufolge waren auch Ampeln betroffen. Damit verbundene Unfälle waren ihr jedoch nicht bekannt. Laut dem Sprecher der Stadtwerke hatte ein Kabelfehler den Stromausfall ausgelöst. "Die Arbeiten laufen, die Kabel zu wechseln", sagte er weiter. (mit Material der Deutschen Presse-Agentur)

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