Es war ein verrückter Wochenausklang auf den Strommärkten und ein stressiger für Erneuerbaren-Händler dazu. Getrieben von sonnigem Wetter und viel Wind purzelten die Strompreise am Sonntag im Tagesschnitt auf minus 50 Euro pro MWh (Base-Wert), wie Grafiken des ZfK-Datenraums zeigen. Dabei war die gleiche Megawattstunde (MWh) am Freitag noch für 110 Euro plus gehandelt worden.
Am stärksten ging es am Sonntag zwischen 14 und 15 Uhr nach unten. Wer in dieser Stunde über den Day-Ahead der Kurzfristbörse Epex Spot Strom bezog, wurde pro Megawattstunde (MWh) mit 500 Euro belohnt – mehr geht derzeit regulatorisch an der Epex Spot nicht.
Zwölf GWh mehr erzeugt als verbraucht
Das skandinavische Start-up Tibber, einer der Pioniere dynamischer Tarife, nutzte die Gelegenheit und veröffentlichte auf Twitter einen Screenshot, wonach Nutzer für besagte Stunde 43 Cent pro kWh verdienen konnten. Die Nachricht wurde mehr als 150 Mal geteilt und mehr als 500 Mal mit einem Herz versehen.
Der Datenplattform Smard zufolge wurden in Deutschland am Sonntag zwischen 14 und 15 Uhr 56 Gigawattstunden (GWh) Strom erzeugt. Dem stand ein Verbrauch von 44 GWh gegenüber. Laut Prognose hätten Wind und Photovoltaik allein sogar 61 GWh Strom produzieren können. In der Regel werden in solchen Fällen jedoch Windkraftanlagen abgeriegelt.
Strompreis wieder über Null-Euro-Grenze
Zu Wochenbeginn stabilisierte sich die Lage wieder. Mit 53 Euro pro MWh lag der durchschnittliche Strompreis im Day-Ahead für Montag wieder deutlich über der Null-Euro-Grenze. Am Dienstag steigt der Preis dann auf 85 Euro pro MWh. (aba)



