Über eine CO2-Abgabe ließen sich laut einer neuen Studie die Kosten für die Energiewende einkommensgerechter verteilen.

Über eine CO2-Abgabe ließen sich laut einer neuen Studie die Kosten für die Energiewende einkommensgerechter verteilen.

Bild: © SZ-Designs/Adobe Stock

Durch die Klimaschutzpolitik steigen die Kosten für die Erzeugung von Strom aus fossilen Energiequellen, gleichzeitig werden die Erneuerbaren aufgrund des technischen Fortschritts immer günstiger. Soweit, so bekannt, was das genau in Zahlen bedeutet, hat nun das Fraunhofer-Institut für Solar Energiesysteme (ISE) berechnet.

Die Forscher*innen gehen davon aus, dass Wind und PV alle fossilen Kraftwerke bis 2040 deutlich unterbieten. Ein Grund hierfür – die Betriebskosten von bestehenden konventionellen Kraftwerken, die in den kommenden Jahren stark steigen werden. So wird bis 2030 ein CO2-Preis von über 100 Euro pro Tonne erwartet. Im Jahr 2040 sollen die Stromgestehungskosten von kleinen PV-Dachanlagen zwischen 3,58 und 6,77 Cent pro kWh liegen. Freiflächen-Anlagen kommen auf 1,92 und 3,51 Cent pro kWh. Ab dem Jahr 2024 liegen die Stromgestehungskosten aller PV-Anlagen (ohne Batteriespeicher) unter 10 Cent pro kWh. Die Anlagenpreise für PV sinken voraussichtlich bis 2040 bei Freiflächenanlagen auf unter 350 Euro pro kW und bei Kleinanlagen auf bis zu 615 bis 985 Euro pro kW.

Stromgestehungskosten von fossilen Kraftwerken liegen bei 7,5 Cent pro kWh

Bereits im Jahr 2030 könnte die Stromerzeugung aus einer PV-Anlage in Kombination mit einem Batteriespeicher günstiger als aus einem Gas- und Dampf(GuD)-Kraftwerk sein. Im Jahr 2040 können dann selbst kleine PV-Batteriesysteme Stromgestehungskosten zwischen fünf und 12 Cent pro kWh erreichen. Potenzielle neue konventionelle Kraftwerke kommen in Deutschland unter der Berücksichtigung von höheren CO2-Kosten nicht unter Stromgestehungskosten von 7,5 Cent pro kWh, so das Fraunhofer ISE.

Aktuell liegen fossile und erneuerbare Kraftwerke bei den Erzeugungskosten etwa gleichauf oder sogar teilweise darunter, wobei die Photovoltaik die günstigste regenerative Quelle ist. So erzielen PV-Anlagen je nach Anlagentyp und Sonneneinstrahlung Stromgestehungskosten zwischen 3,12 und 11,01 Cent pro kWh. Die spezifischen Anlagenkosten liegen je nach Anlagentyp bei 530 bis 1600 Euro pro kWp. 

PV-Speicher-Kombi ab 5,24 Cent pro kWh

Beim Windstrom führen sinkende Anlagekosten zu Gestehungskosten von 3,94 bis 8,29 Cent pro kWh für Onshore-Windenergieanlagen, was sie zur zweitgünstigsten Erzeugungstechnologie macht. Trotz höherer durchschnittlicher Volllaststunden von bis zu 4500 Stunden pro Jahr sind Offshore-Windenergieanlagen mit knapp 7,23 bis 12,13 Cent pro kWh deutlich teurer, was an den höheren Installations-, Betriebs- und Finanzierungskosten liegt (3000 bis 4000 Euro pro kW).

Erstmals wurden aufgrund des wachsenden Marktes auch Stromspeicher in Kombination mit PV-Anlagen in der Studie berücksichtigt. Die Stromgestehungskosten für PV-Batteriesysteme liegen heute zwischen 5,24 und 19,72 Cent pro kWh. Die große Bandbreite ergebe sich durch hohe Kostenunterschiede zwischen den verschiedenen Batteriesystemen, heißt es vom Fraunhofer ISE. (lm)

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