Die fossilen Energien auf dem deutschen Strommarkt befinden sich ein Jahr nach dem russichen Angriff auf die Ukraine wieder auf dem Rückzug.
Nach Angaben der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts wurden im ersten Quartal 2023 durch die Verbrennung von Kohle und Gas rund 55 TWh Strom erzeugt. Das ist deutlich weniger als in den ersten drei Monaten 2022, als Kohle- und Gaskraftwerke 58 TWh Strom produzierten.
Zweitniedrigster Wert
Nur einmal in der jüngeren Geschichte wurden zum Jahresauftakt noch weniger Kohle und Gas verstromt. Für das windstarke und von der Corona-Pandemie beeinflusste erste Quartal 2020 weist Energy-Charts einen Gesamtwert von 44 TWh aus.
Die Fraunhofer-Plattform nutzt für ihre Berechnungen unter anderem Daten von Entso-E, dem Statistischen Bundesamt und der AG Energiebilanzen. Die im Artikel aufgeführten Daten spiegeln die öffentliche Nettostromerzeugung wider. Sie sind für dieses Quartal vorläufig und können sich noch ändern.
Rückgang bei Solar- und Windenergie
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gingen im ersten Quartal 2023 auch die Windstrommengen leicht von 44 auf 43 TWh zurück. Auch Solaranlagen produzierten statt neun nur noch sieben TWh.
Mehr Elektrizität erzeugten Laufwasser- und Biomassekraftwerke. Die im sogenannten Streckbetrieb befindliche Kernenergie sank von neun auf sechs TWh. Die letzten drei verbliebenen Kraftwerke Neckarwestheim 2, Isar 2 und Emsland gehen Mitte April endgültig vom Netz.
52 Prozent erneuerbar
Insgesamt wurden im ersten Quartal 2023 nach Energy-Charts-Angaben 52 Prozent des in Deutschland erzeugten öffentlichen Nettostroms erneuerbar erzeugt und 44 Prozent fossil. Die insgesamt produzierte Strommenge ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 136 auf 128 TWh zurück. (aba)


