Bild: © Amprion

Gegner der geplanten Stromtrassen in Deutschland haben einen Stopp des Stromnetzausbaus gefordert. Sie seien gegen überdimensionierten Netzausbau und für eine dezentrale Energiewende, erklärten mehrere Aktionsbündnisse laut einer Mitteilung des Bundesverbands der Bürgerinitiativen gegen Südlink. Zu einem Treffen in Fulda kamen am Samstag 200 Vertreter aus Politik, Verwaltung, Industrie, Verbänden und Bürgerinitiativen in Osthessen zusammen.

Die Kritik der Aktionsbündnisse richtet sich gegen die HGÜ-Leitungen (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung). Darunter fallen die Projekte Ultranet im Westen Deutschlands, Südlink von der Nordsee nach Süddeutschland und Südostlink im Osten. Die Aktionsbündnisse kritisierten das bisherige Planungsverfahren scharf. Sie riefen die Gegner der Projekte zur Geschlossenheit auf. Es sei eine gemeinsame Linie gegen die Trassen erforderlich. Von der Politik forderten die Kritiker neben einem Ausbaustopp ein planvolleres Vorgehen. Nötig seien ein ressortübergreifender Plan für die Energiewende und ein Energiewende-Gesetz.

Menschenkette mit rund 3000 Teilnehmern

Mit einer Menschenkette im thüringischen Fambach (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) haben am Sonntag etwa 3000 Menschen gegen den geplanten Bau der Südlink-Stromtrasse durch Teile des Landes protestiert. Die Teilnehmer versammelten sich entlang der früheren Bundesstraße 19, um ihrem Unmut über die vom Netzbetreiber Tennet favorisierte Streckenvariante durch Rhön, Werratal und Hainich Luft zu machen. Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) kritisierte, dass ein Alternativvorschlag zur Trassenführung "einfach vom Tisch gewischt" worden sei. (hil/dpa)

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