Eine neue Studie befasst sich mit dem Potenzial von "Flexsumern" im deutschen Energiesystem. (Symbolbild)

Eine neue Studie befasst sich mit dem Potenzial von "Flexsumern" im deutschen Energiesystem. (Symbolbild)

Bild: © Enpal

Hunderttausende Speicher von Solaranlagen könnten intelligent genutzt werden und die Netze entlasten. Anreize wie ein Speicher-Flexbonus können dieses Potenzial aktivieren, zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Energy Brainpool im Auftrag des Erneuerbaren-Unternehmens Enpal.

Demnach stünden bereits heute Hunderttausende Speicher bei Solaranlagen von privaten Hausbesitzern zur Verfügung, um Lasten abzufedern und das Netz damit zu stabilisieren. Diese würden jedoch derzeit für einen möglichst hohen Eigenverbrauch optimiert, anstatt Flexibilität für das Gesamtsystem bereitzustellen, wie die Studienautoren darstellen. Statt als "Flexsumer" würden diese lediglich als "Prosumer" behandelt.

Flexbonus statt EEG-Förderung

Bisher würden Anreize für Solarbetreiber fehlen, Einspeisung und Verbrauch auf das Netz abzustimmen, so die Studienautoren weiter. Die staatliche Einspeisevergütung bleibe immer gleich, egal wann eingespeist werde. Auch die sogenannte Direktvermarktung, bei der anstelle der staatlichen Vergütung ein Marktpreis erlöst wird, reiche demnach bislang nicht aus. Dynamische Netzentgelte seien zwar geplant, könnten aber nur schrittweise umgesetzt werden.

Die Studie schlägt daher als Übergangslösung einen sogenannten "Speicher-Flexbonus" vor. Dieser Bonus soll für Heimspeicher gezahlt werden, wenn sie größer als derzeit üblich dimensioniert und flexibel steuerbar sind. Die Speicher könnten somit netzoptimiert eingesetzt werden und die Erlöse für die Vebraucher erhöhen. Der Bonus würde außerdem den Bundeshaushalt entlasten, da die Solaranlagen in die förderfreie Direktvermarktung übergehen würden und damit aus der staatlichen Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz herausfallen sollen, heißt es weiter.

Mehr Anschlüsse ohne Netzausbau

"Eine netzdienliche Integration von Speichern könnte die Einspeisespitzen um bis zu 60 Prozent senken", wird Juri Schwartz, Energiemarktexperte bei Energy Brainpool, in der Presseaussendung zitiert. Dadurch könnten demnach deutlich mehr dezentrale Solaranlagen angeschlossen werden, ohne den Netzausbaubedarf vor Ort zu erhöhen.

Mit einem übergangsweisen Speicher-Flexbonus könnte die Politik einen Anreiz für einen intelligenten, netzentlastenden Einsatz von Speichern schaffen, ergänzt Markus Meyer, Direktor Politik und Regulierung bei Enpal. (jk)

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