Mit dem Kunden-Drive-in möchten die Stadtwerke Dreieich auch in Corona-Zeiten Kundenberatung ermöglichen. (Symbolbild)

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Bild: © opolja/AdobeStock

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher fühlten sich von den Stromanbietern in der Krise allein gelassen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle, von der GfK durchgeführte Studie "Transparenz, Fairness und Service von Stromanbietern" von Octopus Energy. Die repräsentative Befragung zeigt demnach deutliche Lücken im Kundenservice, fehlende Transparenz sowie mangelhafte Unterstützung der Verbraucher der Energiekrise. Alarmierend sei insbesondere, dass fast 95 Prozent der Befragten der Meinung seien, dass ihr Stromanbieter ihnen in der Krise nicht geholfen oder ihre Bedürfnisse nicht berücksichtigt habe, erklärt Octopus Energy.

Während der Energiekrise fühlte sich demnach nur jeder dritte Befragte (34 Prozent) transparent über mögliche Preiserhöhungen und Abschlagszahlungen von seinem Stromanbieter informiert. Nur 13 Prozent konnten laut Umfrage mögliche Preiserhöhungen und Abschlagszahlungen nachvollziehen. Mehr als jede dritte Person (36 Prozent) unter den Befragten hatte sogar das Gefühl, der Stromanbieter schlage Profit aus der Energiekrise.

Handlungsfähige Behörde gesucht

Auch beim Thema Stromsparen fühlen sich die Verbraucherinnen offenbar vernachlässigt. Lediglich 8,6 Prozent der Befragten gaben an, dass sie diesbezüglich Unterstützung von ihrem Stromanbieter erhalten hätten.

"Die Studie belegt massive Versäumnisse der Stromanbieter während der Energiekrise", sagt Andrew Mack, CEO von Octopus Energy. "Preiserhöhungen, die nicht nachvollziehbar sind und eine intransparente Kommunikation haben das Vertrauen der Verbraucher*innen in den Keller rauschen lassen."

Es brauche dringend eine zentrale, handlungsfähige Aufsichtsbehörde wie das Bundeskartellamt, die die Endverbraucher konsequent schütze, so Mack weiter.

77 Prozent vertrauen den Stromanbietern nicht

Besonders junge Erwachsene wünschen sich der Studie zufolge mehr Transparenz. In den Altersgruppen der 18- bis 29-Jährigen und der 30- bis 39-Jährigen fühlte sich nur jede vierte Person (25 Prozent beziehungsweise 26 Prozent) unter den Befragten ausreichend über Preiserhöhungen informiert.

Nur knapp jeder Vierte der Befragten vertraut seinem Stromanbieter (23 Prozent). Einen guten Ruf schreiben den deutschen Stromanbietern lediglich 28 Prozent der Befragten zu.

Im Auftrag von Octopus Energy hat die GfK 1003 Personen im Alter von 18-74 Jahren befragt, die die deutschsprachige Bevölkerung repräsentieren. Die Befragung wurde im Zeitraum 6. bis 10. April durchgeführt. (jk)

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