Mit insgesamt 4 Mio. Elektrofahrzeugen in Deutschland rechnen die Forscher im Jahr 2030.

Mit insgesamt 4 Mio. Elektrofahrzeugen in Deutschland rechnen die Forscher im Jahr 2030.

Bild: © Fraunhofer IEG

Die Vorhaltung und Lieferung von Regelreserve aus einem virtuellen Kraftwerk bestehend aus einer Vielzahl miteinander gepoolter E-Autos ist auch in der Praxis möglich. Das zeigt der erfolgreiche Abschluss des Projekts EV-Fleet, eines entsprechenden Feldtests zur Regeleistungserbringung. Dieses hat die Übertragungsnetzbetreiberin TransnetBW gemeinsam mit Partnern durchgeführt.

„Mit EV-Fleet haben wir große Fortschritte zur künftigen Stabilisierung des Stromnetzes durch Elektrofahrzeuge gemacht“, sagt Kay Wiedemann, Teamleiter Marktentwicklung bei TransnetBW.

Um das Stromnetz sicher zu betreiben, müssen Stromerzeugung und Stromverbrauch jederzeit im Gleichgewicht sein. Hierzu setzen die Übertragungsnetzbetreiber die sogenannte Regelreserve ein, die bisher überwiegend durch Pumpspeicherkraftwerke, konventionelle Erzeugungsanlagen oder Batteriespeicher erbracht wird. Im Zuge der Mobilitäts- und Energiewende ergeben sich mit steigender Anzahl von Elektrofahrzeugen nun neue Potenziale für diese Systemdienstleistung.

"Wichtige Erfahrungen zur Datenerhebung gesammelt"

„Mit dem Projekt haben wir wichtige Erfahrungen zur Messgenauigkeit, Datenerhebung und den Auswirkungen auf das Verteilnetz gesammelt, die nun in die weitere Entwicklungsarbeit einfließen“, so Wiedemann weiter.

Neben TransnetBW und dem niederländische Smart-Charging-Plattform-Betreiber Jedlix wurde der Feldversuch in mehreren Testphasen durch den Verteilnetzbetreiber Netze BW, dem Regelleistungsanbieter Next Kraftwerke sowie dem Fraunhofer IEE begleitet. 

Ladeverluste und externe Einflüsse sollen künftig noch stärker berücksichtigt werden

Im Projekt habe man einerseits die technisch-kommunikative Infrastruktur zur Bereitstellung und Aktivierung von Regelreserve durch an verschiedenen Orten platzierte E-Autos erprobt, heißt es weiter. Andererseits sei man der Frage nachgegangen, wie Ladevorgänge zukünftig so gesteuert werden könnten, dass dabei die jeweils aktuellen Bedingungen des örtlichen Verteilnetzes berücksichtigt werden und dort keine Netzengpässe durch das systemdienlich gesteuerte Laden entstehen.

In einer Weiterentwicklung des Konzepts sollen nun unter anderem die Ladeverluste sowie andere externe Einflüsse beim Ladeprozess stärker berücksichtigt werden. Zudem seien die Telemetriedaten der Fahrzeughersteller in Bezug auf die Messgranularität noch optimierungs­fähig, und es bedürfe weiterer Anstrengungen, um eine aktive Bilanzkreisbewirtschaftung zu ermöglichen. Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.  (hoe)

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