Sowohl E-Fahrzeuge als auch Wärmepumpen belasten das Stormnetz nicht nur zusätzlich, werden die Verbrauchseinheiten richtig gesteuert, können sie mehr Stabilität ins Netz der Zukunft bringen.

Sowohl E-Fahrzeuge als auch Wärmepumpen belasten das Stormnetz nicht nur zusätzlich, werden die Verbrauchseinheiten richtig gesteuert, können sie mehr Stabilität ins Netz der Zukunft bringen.

Bild: © BEÖ

Rund 230 Mio. Euro könnten allein in Baden-Württemberg bis 2028 gesamtwirtschaftlich eingespart werden, wenn die Sektorenkopplung vorangetrieben wird und Verbraucherinnen und Verbraucher mit ihren E-Autos, Wärmepumpen und Batteriespeichern sowie Lüftungen, Klimaanlagen und Kältemaschinen intelligent und netzdienlich eingebunden werden.

„Dass alleine in Baden-Württemberg Potenziale im dreistelligen Millionenbereich möglich sind, hat uns selbst überrascht“, sagte Rainer Pflaum, Mitglied der Geschäftsführung von TransnetBW. „Die Studienergebnisse zeigen klar, dass wir weiter an der Nutzung dezentraler Flexibilitäten arbeiten sollten. Wir werden die Empfehlungen der Studie nutzen und mit weiteren Partnern gemeinsam Konzepte entwickeln, um diese Flexibilitätspotenziale zu heben“, versprach Pflaum. TransnetBW bereitet sich darauf vor, dass viele bisher genutzte steuerbare Erzeugungseinheiten absehbar vom Netz gehen werden. Auf der Suche nach alternativen Instrumenten zum Erhalt der Systemstabilität erforscht der Übertragungsnetzbetreiber daher schon heute auch kleinere Einheiten.

E-Autos Belastung, aber auch Flexibilitätsbooster für das Netz

Durchgeführt wurde die Studie vom TGZ InEnergy der TTI GmbH, einer Gesellschaft für den Wissens- und Technologie-Transfer an der Universität Stuttgart. Die Wissenschaftler*innen haben berechnet, welchen wirtschaftlich effizienten Beitrag Verbraucher*innen zur Versorgungssicherheit leisten können. Während die Elektrifizierung des Verkehrs derzeit kaum Auswirkungen auf die Stabilität des Stromnetzes hat, muss sie für die Zukunft mitgedacht werden. Würden in der zukünftigen Erzeugungslandschaft im Extremfall sehr viele Elektroautos gleichzeitig laden und dann weder der Wind wehen noch die Sonne scheinen, könnte dies die Stabilität des Stromnetzes herausfordern.

Gleichzeitig ergeben sich durch die wachsende Zahl an E-Fahrzeugen und deren zumeist langen Parkdauern neue Potenziale für das Energiesystem: durch eine Flexibilisierung der Ladevorgänge der Batterien. Die aktuelle Studie zeigt, dass vor diesem Hintergrund ein markt- und plattformbasierter Ansatz das bestehende Instrumentarium zur Systemstabilisierung weiterentwickeln und effizienter gestalten kann.

Mehr Digitalisierung nötig

Um die Kosteneinsparungen verwirklichen zu können, sollten marktbasierte Konzepte, konkrete Produktdesignalternativen und technische Lösungen entwickelt werden. Ein weiterer Schlüssel zur Hebung der ökonomischen Potenziale ist die geeignete Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens. Diesen vermisst Pflaum bislang: „Um bereits bestehende Systeme für die Nutzung dezentraler und verbraucherseitiger Flexibilität weiterentwickeln zu können, brauchen wir einen digitalisierungsfreundlichen Regulierungsrahmen.“ Für Pflaum müsse dieser Rahmen flexibler werden, für Kooperationsprojekte funktionieren und auch für regulierte Unternehmen Anreize bieten, einen volkswirtschaftlichen Nutzen zu realisieren.“ (lm)

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