Eine Stele mit dem Firmen-Logo steht im Foyer der Uniper-Hauptverwaltung in Düsseldorf.

Eine Stele mit dem Firmen-Logo steht im Foyer der Uniper-Hauptverwaltung in Düsseldorf.

Bild: © Oliver Berg/dpa

Energiekonzern Uniper holt mit dem Kraftwerk Irsching 3 ein weiteres Kraftwerk zurück an den Markt. Die im Herzen Bayerns gelegene Anlage soll von Februar 2023 bis Jahresende am Netz bleiben und die Versorgungssicherheit in Süddeutschland stärken, wie der Betreiber mitteilt.

Nach Uniper-Angaben hat das mit leichtem Heizöl betriebene Kraftwerk eine elektrische Nettoleistung von 415 MW. Es soll demnach im Wesentlichen als Reserve für das weitere Uniper-Kraftwerkeportfolio dienen, um kritische Netzsituationen im Falle einer Gasknappheit zu vermeiden.

1974 erstmals in Betrieb

Derzeit wird die Anlage in der Netzreserve vorgehalten und eingesetzt. Beginnend im Jahr 2024 soll dann die finale Stilllegung erfolgen. Zwischen dem 30. Mai und dem 28. Juni 2023 werde Irsching 3 wegen Wartungsarbeiten nicht zur Verfügung stehen, teilt Uniper mit.

Der ölbefeuerte Block 3 ging 1974 in Betrieb. Seit 2012 ist er Teil der Netzreserve. Kurz zuvor waren die gasbefeuerten Nachfolgerkraftwerke Irsching 4 und 5 ans Netz gegangen. Block 4 gehört Uniper selbst. Block 5 ist ein Gemeinschaftskraftwerk von Uniper (50,2 Prozent), N-Ergie (25,2 Prozent), Mainova (15,6 Prozent) und Entega (neun Prozent).

Irsching 4 und 5 kaum im Einsatz

Beide Gaskraftwerke bieten Strom auf dem Markt an, fuhren dieses Jahr laut Energy-Charts jedoch lediglich zu 14 und 20 Prozent auf Volllast. Im Vorjahr waren es noch je 36 und 32 Prozent gewesen.

Uniper hatte zur Stärkung der Versorgungssicherheit zuvor die beiden Steinkohle-Kraftwerke Heyden 4 (875 MW) und Scholven C (345 MW) reaktiviert.

Auch alte Braunkohleblöcke zurück

Bereits im August war die niedersächsiche Steinkohle-Anlage Mehrum ans Netz gegangen. Auch Energiekonzern Steag holte zwei Steinkohle-Kraftwerke (Bexbach und Weiher) aus der Reserve zurück und ließ zwei weitere Anlagen (Bergkamen und Völklingen-Fenne) länger als geplant am Netz.

Dazu kamen fünf Braunkohlemeiler, darunter die RWE-Blöcke Niederaußem E, F und Neurath C sowie die die von der ostdeutschen Leag betriebenen Meiler Jänschwalde E und F.

Gesetzliche Grundlage

Grundlage der Rückholaktionen ist das sogenannte Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz der deutschen Bundesregierung zur Sicherung der Energieversorgung in den kommenden Wintern. (aba)

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