In Scholven wird bald Gas anstelle von Kohle im Uniper-Kraftwerk verbrannt.

In Scholven wird bald Gas anstelle von Kohle im Uniper-Kraftwerk verbrannt.

Bild: © Uniper

Uniper hat mit dem Bau von zwei neuen Gasturbinen und einem Dampfkessel am Standort des Kraftwerks in Gelsenkirchen-Scholven begonnen. Die neue Gas-und-Dampfanlage (GuD) soll die bestehenden Anlagen ersetzen. Durch die Umstellung des Standorts von Steinkohle auf Gas wird nicht nur der Ausstoß klimaschädlicher Stoffe wie CO2 massiv gesenkt. Auch die Lärmbelastung der Nachbarn durch die Anlage selbst und durch Versorgungs-LKW wird deutlich reduziert, da das Gas künftig per Pipeline angeliefert werden wird.

Uniper-Vorstand David Bryson: "Die gesamte Erzeugung der neuen Anlage an diesem traditionsreichen Kraftwerksstandort ist auf die Bedürfnisse der umliegenden Industrie zugeschnitten. Die von Uniper dort erzeugten Produkte – Strom, Wärme, Dampf sowie gegebenenfalls später auch vollentsalztes Wasser und Druckluft – werden von unseren Kunden in direkter Nachbarschaft abgenommen und vor Ort verbraucht." Zudem werde durch die direkte Abnahme des Stroms in der Nachbarschaft der Stromnetzausbau in der Region entlastet.

Wichtiger Faktor für die Wirtschaft

Scholven und das benachbarte Fernwärmekraftwerk (FWK) Buer versorgt Gladbeck-Zweckel, Marl, Recklinghausen und Westerholt mit Strom, Fernwärme und Prozessdampf. Die drei Blöcke B, C und das Fernwärmekraftwerk Buer erzeugen insgesamt 762 MW (netto) Strom. Zusätzlich werden durch den Verbund bis zu 250 MW als Dampf für die Industrie und Fernwärme für über 100.000 Wohnungen und öffentliche wie soziale Einrichtungen in der Region erzeugt.

Nicht zuletzt deswegen legt Bryson großen Wert auf die neue Anlage in Scholven: "Die Transformation in Scholven ist ein guter Beleg für unsere strategische Ausrichtung, auf industrielle Lösungen in Partnerschaft mit unseren Kunden aus der Industrie zu setzen, die sich ihrerseits auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können."

Herzstück der Kohletradition

Seit über 100 Jahren ist Scholven ein wichtiger Industriestandort – weit über Nordrhein-Westfalen hinaus. 1908 wurde die Zeche Scholven abgeteuft. Dies war gleichzeitig die Geburtsstunde für das Kraftwerk Scholven. Im Laufe der Zeit kamen mehr und mehr industrielle Abnehmer hinzu, so dass sich Scholven Mitte bis der sechziger Jahre mit über 3,4 Gigawatt zum zeitweise größten Steinkohlekraftwerk Deutschlands und einem der größten in Europa entwickelt hatte. Zusätzlich waren dort zeitweise zwei mit Heizöl befeuerte Blöcke in Betrieb. (sig)

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