Der Hersteller von Baustoffen Rohrdorfer will bis 2038 CO2-neutralen Zement produzieren. Dazu hat die Unternehmensgruppe nun konkrete Ausbaupläne vorgestellt. So sollen bis 2033 rund 30 Prozent des Strombedarfs selbst produziert werden, wie Rohrdorfer mitteilt.
Die Unternehmensgruppe setzt dabei auf einen Mix aus Photovoltaik (PV), Abwärme und Erdwärme. Den Strombedarf der Rohrdorfer Unternehmensgruppe schätzt Geschäftsführer Mike Edelmann mittelfristig auf 300 Gigawattstunden pro Jahr.
"Allein im Zementwerk Rohrdorf wird sich der Strombedarf im Zuge der Energiewende verdreifachen", so der Manager. Wenn die Zementindustrie überleben solle, sei sie auf einen sehr dynamischen Ausbau der Stromversorgung angewiesen.
Anlage unwirtschaftlich
44 PV-Projekte mit 12,4 Megawatt (MW) Peak Leistung hat Rohrdorfer derzeit in Planung, 22 davon in Österreich, 18 in Deutschland und vier in Italien. Mehr als die Hälfte befänden sich bereits in der Bauphase. Bisher kämen aufgrund der teilweise komplexen Genehmigungsverfahren allerdings nur Dachflächen und wenige Bodenflächen auf den Werksgeländen für PV-Anlagen in Frage.
Würden auch Windkraft und schwimmende Photovoltaik einbezogen, könnten bis 2033 100 MW Peak erzeugt werden. Eine schwimmende PV-Anlage im Rohrdorfer Sand und Kieswerk Eichenkofen sei allerdings aufgrund einer neuen Vorschrift, die einen Abstand von 50 Metern zwischen PV-Modulen und Seeufer vorsehe, unwirtschaftlich.
Rund 100 Mio. Euro
"Leider hat uns das sogenannte Osterpaket der Bunderegierung ausgebremst", erklärt Unternehmenschef Edelmann. "Mit der schwimmenden PV-Anlage in Eichenkofen hätte unsere Sparte Sand und Kies ihren gesamten Strombedarf decken können." Der Zementhersteller wünscht sich, dass Bayern die Genehmigungsverfahren für schwimmende PV-Anlagen, wie auch für Windkraft, vereinfacht.
Derzeit würden bereits zehn Prozent des Strombedarfs in der Rohrdorfer Unternehmensgruppe mit selbsterzeugter erneuerbarer Energie gedeckt, beispielsweise durch Abwärme am Standort Rohrdorf oder durch Erdwärme am Standort Dollnstein. Die Investitionssumme, um den Anteil selbst erzeugten Stroms auf 30 Prozent zur erhöhen, beträgt nach Unternehmensangaben bis 2033 rund 100 Mio. Euro. (jk)



