Das Windrad auf dem 70 Meter hohen Münchner Müllberg im Stadtteil Fröttmaning ist bereits 1999 errichtet worden. Es fällt damit Ende 2020 aus der gesetzlichen Förderung. Es erzeugt jährlich bei durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten von 5,3 bis 5,6 Meter pro Sekunde 1,8 Mio. kWh Strom, der von den Stadtwerken München vermarktet wird. Im Hintergrund ist die Allianz-Arena zu erkennen.

Das Windrad auf dem 70 Meter hohen Münchner Müllberg im Stadtteil Fröttmaning ist bereits 1999 errichtet worden. Es fällt damit Ende 2020 aus der gesetzlichen Förderung. Es erzeugt jährlich bei durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten von 5,3 bis 5,6 Meter pro Sekunde 1,8 Mio. kWh Strom, der von den Stadtwerken München vermarktet wird. Im Hintergrund ist die Allianz-Arena zu erkennen.

Bild: © Nick Frank/SWM

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hat das Voranschreiten der Energiewende 2019 genauer analysiert. Dabei kommt der Ausbau des Ökostroms im Vergleich zur Dekarbonisierung des Verkehrs- und Wärmesektors relativ gut voran. Die Sektorenkopplung lässt jedoch auf sich warten.

Die Erneuerbaren hatten 2019 einen Anteil am Bruttoinlandsstromverbrauch von 42 Prozent. Dabei stammt über die Hälfte aus On- und Offshore-Windkraft. An zweiter Stelle steht die Photovoltaik mit über 47 TWh Strombereitstellung. Biogas landet auf Platz drei der Energielieferanten im Erneuerbaren-Strombereich und speiste 33,7 TWh elektrische Energie ins deutsche Netz ein.

Wärmewende kommt nicht voran

Demgegenüber liegt der Anteil der regenerativen Wärme mit 14,5 Prozent deutlich niedriger. Er wird weiterhin zu 74 Prozent von den biogenen Festbrennstoffen (130 TWh) dominiert. Im Vergleich dazu ist der Beitrag der Umgebungswärme, der oberflächennahen Erdwärme und der tiefen Geothermie sowie der Solarthermie deutlich geringer.

Auch im Verkehr auf der Straße landet Ökostrom abgeschlagen hinter den Biokraftstoffen. Während diese etwa 33,4 TWh an Energie unter die Motorhauben brachten, schafft es erneuerbarer Strom „nur“ auf 7,3 TWh. Dabei hatten die ölbasierten Kraftstoffe mit 59 Prozent den größten und Bioethanol mit knapp 21 Prozent den zweitgrößten Anteil. Im Vergleich dazu ist der Beitrag der elektrischen Energie – bei allerdings steigender Tendenz – geringer (knapp 18 Prozent). Andere klimafreundliche Optionen wie E-Fuels oder Wasserstoff waren 2019 eine absolute Nischenerscheinung.

Wasserkraft im globalen Vergleich auf Platz eins

Global betrachtet ergibt sich ein ähnliches Bild: Der Großteil der internationalen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stammte 2019 nach wie vor aus der „klassischen“ Wasserkraft. Zusätzlich trug die Windenergie mit rund 18 Prozent zur weltweiten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bei. Hinzu kam die Photovoltaik, die insgesamt mit etwas über elf Prozent zur weltweiten Nachfragedeckung nach elektrischer Energie beitrug.

Dabei zeigte die Photovoltaik mit Abstand die größte Wachstumsdynamik aller Stromerzeugungsoptionen. Im Vergleich dazu hat die Biomasse mit rund acht Prozent eine untergeordnete Bedeutung bei der globalen Stromerzeugung. Verglichen mit diesem gesamten globalen Stromaufkommen, das 2019 bei rund 27.005 TWh lag, stammten damit insgesamt rund 26 Prozent aus regenerativen Energien. (lm)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper