Seit 2012 ist das Gaskraftwerk Mellach im Betrieb. Mit einer elektrischen Leistung von 838 MW gilt es als das leistungsstärkste Kraftwerk in Österreich. Bis dato werden die beiden hocheffizienten Gasturbinen ausschließlich mit Erdgas betrieben. Im Rahmen des jetzt gestarteten Forschungsprojekts "Hotflex" testet Verbund nun erstmals die teilweise Substitution des Erdgases durch klimaneutral produzierten Wasserstoff – im realen Kraftwerkseinsatz.
Allein in Österreich werden in den kommenden Jahren hunderte zusätzliche Windkraft- und Photovoltaikanlagen entstehen. Derzeit stehen für deren Speicherung des erzeugten Stroms vor allem Pumpspeicherkraftwerke zur Verfügung. Mit der "Hotflex"-Pilotanlage lasse sich überschüssiger Wind- und Sonnenstrom aus dem Netz entnehmen und mit der Hochtemperatur-Elektrolyse in Sauerstoff umwandeln, heißt es in einer Pressemitteilung dazu. Der grüne Wasserstoff soll dann dem Erdgas beigemischt werden, um die beiden Gasturbinen des Kraftwerks anzutreiben.
Sowohl Strom- als auch Wärmeproduktion
Hergestellt wird der Wasserstoff direkt am Kraftwerksgelände durch eine Hochtemperatur-Dampfelektrolyse vom deutschen Cleantech-Spezialisten Sunfire mit einer Produktionsleistung von 40 Nm3/h. Eine Besonderheit sei der reversible Betriebsmodus als Brennstoffzelle. Damit kann die Anlage aus Erdgas Strom und Wärme produzieren. Verbund will diesen Modus vor allem in Bezug zur Eigenstrom- oder Notversorgung von Kraftwerks- und Industrieanlagen prüfen.
Der Forschungsbetrieb geschieht über das Kompetenzzentrum des österreichischen Energiekonzerns mit der Technischen Universität Graz sowie Sunfire und ist auf eine Laufzeit von drei Jahren ausgelegt. Danach soll die Anlage entsprechend den Anforderungen des Regelenergiemarkts weiterbetrieben werden. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des "Horizon 2020"-Programms der Europäischen Union. (sg)



