Bei der Entwicklung des Stromverbrauchs im Netzgebiet von Deutschlands größtem Verteilnetzbetreiber Westnetz zeigen sich erste Normalisierungstendenzen. Die von der Politik ergriffenen Lockerungsmaßnahmen spiegeln sich in den aktuellen Verbräuchen einiger Kundengruppen wider, heißt es einer Pressemitteilung. "Durch den Produktionsrückgang beziehungsweise Produktionsstopp bei großen Industriekunden können wir nach wie vor nicht von einem Normalbetrieb sprechen. Wir bemerken aber, dass insbesondere Gewerbe und Industrie wieder anziehen und ihre Stromverbräuche steigern. Hier liegt der Stromverbrauch zwar noch um 12 Prozent unter dem Vorjahresniveau, aber bereits wieder 18 Prozent über dem gemessenen Tiefstwert im April. Dies ist erfreulich und gibt erste Hinweise auf eine Belebung unserer Wirtschaft“, erklärte Katherina Reiche, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Innogy Westenergie, der Muttergesellschaft der Westnetz.
Stromverbrauch um 15 Prozent gesunken
Der Stromverbrauch im Gebiet der Westnetz ist insgesamt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 15 Prozent gesunken. Verantwortlich für diese Entwicklung ist insbesondere der Rückgang bei den gewerblichen und industriellen Kunden. Bei diesen Kundengruppen brach der Stromverbrauch in der Spitze um bis zu 24 Prozent ein. Bei den Privathaushalten zeigte sich ein gegenläufiger Trend. "Wegen der Ausgangsbeschränkungen und dem vermehrten Arbeiten im Homeoffice stieg in den Haushalten die verbrauchte Energiemenge in den vergangenen Wochen um bis zu 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an", sagte Diddo Diddens, Geschäftsführer der Westnetz GmbH.
Daten aus Projekt "Smarte Haushalte"
Mittlerweile zeigt sich auch bei den Haushalten ein Trend zur Normalisierung. Hier liegen die Verbräuche nur noch leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die genannten Haushaltsverbräuche stammen aus dem Projekt "Smarte Haushalte". Es liefert gemessene Viertelstundenwerte von mehr als 600 repräsentativen Haushaltskunden aus dem gesamten Westnetz-Gebiet. Diese Daten werden statistisch so aufbereitet, dass sie einen durchschnittlichen Haushaltskunden im Westnetz-Gebiet repräsentieren. Die Daten der Geschäfts- und Industriekunden wurden direkt aus den Online-Messwerten ermittelt. Westnetz betreibt rund 180.000 km Strom- und 24.000 km Gasnetze in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen und versorgt so circa 7,5 Mio. Menschen mit Strom und Gas. (hoe)



