Am 1. März war es wieder soweit: 300 MW sollten an Porjektierer von Windkraftanlagen an Land vergeben werden, doch das Trauerspiel der vergangenen Monate setzte sich erwartungsgemäß mit einer Unterzeichnung von 149 MW fort. Lediglich 56 Gebote wurden abgegeben.
Die Bundesnetzagentur setzt aufgrund der aktuellen Corona-Epidemie die Veröffentlichung von Ausschreibungsergebnissen aus, um Realisierungsfristen aufzuschieben und die Branche zu entlasten. Der Bundesverband Windenergie (BWE) hat die Zahlen jedoch vorliegen und schlägt einmal mehr Alarm.
Wichtige Investments lassen sich schnell mobilisieren
„Die Corona-Krise darf nicht über den politischen Stillstand, mit dem sich die Branche seit langem herumschlägt und der industrie-, beschäftigungs- und klimapolitisch immer tiefer in die Sackgasse führt, hinwegtäuschen“, so Hermann Albers, Präsident des BWE.
Es brauche jetzt einen Ausbruch nach vorn, um wieder Tritt fassen zu können. Gerade würden sich durch den Abbau administrativer Hemmnisse in der Windbranche schnell wichtige Investitionen mobilisieren, die Wertschöpfung vor Ort sichern, Wertschöpfungsnetzwerke in Deutschland und Europa stabilisieren und den geordneten Umbau unserer Energieversorgung gewährleisten.
Corona-Krise trifft auch Anlagenbauer
Auch die produzierende Industrie warte dringend auf ein klares Signal für einen Wiederanstieg des Zubaus im unerlässlichen deutschen Markt. Unsere Branche braucht für einen neuen Aufbruch kein Geld, sondern lediglich administrative Unterstützung. Es ist zunehmend unverständlich, dass hier nicht endlich gehandelt wird. Jede neu installierte Windenergieanlage sichert Arbeit und Beschäftigung in dieser schwierigen Zeit. Die Politik muss jetzt aktiv werden“, fordert Albers.
Die Windkraft-Ausschreibung im Februar war mit 66 Geboten und einem Volumen von 523 MW ähnlich unterzeichnet, wie die aktuelle Runde. Immerhin waren vor wenigen Wochen 900 MW ausgeschrieben. (ls)



