Es war ein guter Jahresauftakt für die deutsche Windbranche.

Es war ein guter Jahresauftakt für die deutsche Windbranche.

Bild: © Jan Woitas/dpa

Viel Wind und Flüssigerdgas haben die Strom- und Gaspreise im Großhandel nach Weihnachten deutlich nach unten gedrückt.

Gut starteten Windkraftanlagen ins neue Jahr. Bis Donnerstagnachmittag gingen knapp 48 Prozent der gesamten öffentlichen Stromerzeugung in Deutschland auf ihr Konto, wie Grafiken der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts zeigen.

62 Prozent aus Erneuerbaren

Insgesamt steuerten erneuerbare Quellen 62 Prozent zum Strommix hierzulande bei. Sie machten damit in den ersten Januartagen zumindest in der Gesamtschau den Wegfall dreier Atomkraftwerke mehr als wett.

Bei geringen Handelsvolumina brachen auch die Strompreise deutlich ein. Notierte der Day-Ahead Base an der Energiebörse EEX kurz vor Weihnachten noch bei 435 Euro pro MWh, fiel er Anfang Januar auf 45 Euro pro MWh. (Mehr Zahlen hier im ZfK-Datenraum.)

Teurer Februar

Inzwischen geht die Kurve wieder nach oben, auch weil der Windertrag geringer wurde. Am Donnerstagnachmittag lag der Day-Ahead schon wieder bei 167 Euro pro MWh.

Deutlich mehr zahlen Börsianer weiterhin für den Liefermonat Februar. Zwar sind es auch dort nicht mehr wie zu Spitzenzeiten 424 Euro pro MWh, sondern nur noch 265 Euro pro MWh. Allerdings ist auch dieses Preisniveau historisch hoch.

Mehr LNG-Schiffe

Am Gasmarkt wirkten vor allem Flüssigerdgaslieferungen nach Europa preisdämpfend. Mindestens 53 LNG-Schiffe werden dieses Jahr erwartet, wie der Branchendienst Montel mit Verweis auf Vessels-Value-Daten berichtet. Demnach waren es vergangene Woche 30 Schiffe.

Noch im Dezember waren die Gaspreise am niederländischen Handelspunkt TTF sowohl im Day Ahead als auch für den Frontmonat Januar auf mehr als 180 Euro pro MWh geklettert. Dies führte offenbar dazu, dass der Gasmarkt Europa für viele LNG-Schiffe attraktiver wurde als Asien.

Unsicherheitsfaktor Russland

Inzwischen notieren Day-Ahead und Frontmonat wieder unter der 100-Euro-Marke. Dabei stützen leerer werdende Gasspeicher und Unwägbarkeiten über russische Gasflüsse die Preise.

Seit Tagen fließt kein russisches Gas mehr über die Jamal-Pipeline nach Deutschland. Zudem bringen Unruhen in Kasachstan und russische Truppen vor der ukrainischen Grenze zusätzliche Unsicherheit.

Rätsel Rehden

Vor Rätsel stellt den Gasmarkt weiterhin Deutschlands größter Gasspeicher im niedersächsischen Rehden, den die Gazprom-Tochter Astora betreibt. Er ist derzeit zu sieben Prozent gefüllt.

Wurde von einem noch tieferen Füllstand ausgehend Anfang Januar etwas Gas eingelagert, wurden zuletzt wieder geringe Mengen ausgespeichert. So kurz vor dem Höhepunkt der Wintersaison wirkt der niedrige Füllstand weiterhin preistreibend. (aba)

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