Die meisten Direktvermarkter verzeichneten in den ersten sechs Monaten wachsende Portfolios.

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Bild: © Fotowunsch/AdobeStock

Von Julian Korb

Der Ausbau der Windenergie in Deutschland hat deutlich an Fahrt gewonnen. Ende September 2025 ist bereits mehr Leistung aus Windenergieanlagen an Land neu ans Netz gegangen als im ganzen Jahr 2024. Knapp 3350 Megawatt waren es insgesamt – so viel wie seit 2017 nicht mehr.

Doch mit Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigen sich weiterhin deutliche Unterschiede. Während Nordrhein-Westfalen seinen Aufwärtstrend aus dem Vorjahr beibehalten konnte und bei der absoluten Zahl neu installierter Anlangen vorne steht, fällt Thüringen deutlich ab. Netto sind in dem ostdeutschen Bundesland sogar Windkraftanlagen zurückgebaut worden.

Repowering sorgt für Leistungszuwachs

Dass Thüringen dennoch einen Leistungszuwachs an Windenergie verzeichnet, liegt vor allem am Repowering. Die Modernisierung alter Anlagen erhöht deren Leistungsfähigkeit.

Bei den Stadtstaaten Hamburg und Bremen schrumpfte die Leistung in diesem Jahr hingegen. Bremen bleibt auch weiterhin das Schlusslicht beim Windausbau. Unter den Flächenstaaten rangiert das Saarland auf dem letzten Platz – gefolgt von Thüringen.

Bayern relatives Schlusslicht

Ein anderes Bild offenbart sich, wenn man nicht nur die absoluten Zuwächse vergleicht, sondern auch die jeweilige Größe des Bundeslandes in Beziehung setzt. Hier landet Bayern als größtes Flächenbundesland auf dem letzten Platz. Thüringen folgt kurz darauf.

Auch Mecklenburg-Vorpommern rangiert auf den hintersten Plätzen, obwohl das nördliche Bundesland aufgrund seiner Nähe zur Küste gute Bedingungen für Windkraft hätte. Die Landesregierung hatte eigentlich angekündigt, den Ausbau wieder antreiben zu wollen. Bei den bisherigen Genehmigungszahlen in diesem Jahr befindet sich Mecklenburg-Vorpommern aber eher im unteren Mittelfeld.

Kaum Genehmigungen in südlichen Bundesländern

Auch bei den neuen Genehmigungen zeigt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Laut der Fachagentur Wind und Solar entfallen nur 13 Prozent der Genehmigungen in diesem Jahr auf die sogenannte Südregion. Dazu gehören neben Baden-Württemberg und Bayern auch das Saarland, sowie das südliche Rheinland-Pfalz und Hessen.

Bei den Genehmigungszahlen von Januar bis September 2025 führen klar die norddeutschen Bundesländer: Nordrhein-Westfalen liegt mit über 4000 MW an der Spitze, gefolgt von Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Bayern hingegen genehmigte weniger als 1000 MW, Baden-Württemberg sogar weniger als 400 MW.

Genehmigungsdauer sinkt – aber nicht überall

Positiv entwickelt sich die Genehmigungsdauer: Sie sank 2025 im Durchschnitt auf 17,0 Monate – ein Rückgang um 26 Prozent gegenüber den 23,2 Monaten 2024. Bemerkenswert: 45,6 Prozent der diesjährigen Anlagen wurden innerhalb von zwölf Monaten genehmigt, 15 Prozent sogar in weniger als sechs Monaten.

Regional zeigen sich aber auch hier Unterschiede: Während einige Länder die Verfahren deutlich beschleunigten, dauern Genehmigungen andernorts weiterhin erheblich länger.

Derzeit sind bundesweit gut 6000 Windenergieanlagen mit gut 36 Gigawatt (GW) Gesamtleistung genehmigt. Allein auf Niedersachsen entfallen dabei 10 Gigawatt, auf Nordrhein-Westfalen immerhin knapp 7 GW. Auch in Brandenburg ist mit über 3 GW ein deutlicher Zubau zu erwarten.

Norddeutsche Flächenländer treiben Windausbau voran

Der Windenergieausbau 2025 zeigt zwar bundesweit positive Trends bei Genehmigungen und Zubau, die regionalen Unterschiede bleiben jedoch erheblich.

Norddeutsche Flächenländer treiben den Ausbau voran, während südliche Bundesländer trotz höheren Strombedarfs deutlich zurückfallen. Die Verkürzung der Genehmigungsdauer ist ein Hoffnungsschimmer für beschleunigten Ausbau.


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