Neun Windräder des Typs Enercon E-141  (siehe Bild) mit einer Leistung von je 4,2 MW soll der geplante Windpark Nattheim umfassen.

Neun Windräder des Typs Enercon E-141 (siehe Bild) mit einer Leistung von je 4,2 MW soll der geplante Windpark Nattheim umfassen.

Bild: © Enercon

Der Windanlagenhersteller Enercon hat mit dem VDKL-Strompool des Verbands Deutscher Kühlhäuser und Kühllogistikunternehmen (VDKL) einen Vertrag über die Lieferung von grüner Energie aus Bestandswindparks abgeschlossen. Im Rahmen eines Power Purchase Agreement (PPA) zum Fixpreis versorgt das Unternehmen künftig Produktionsstätten und Kühlhäuser für temperaturgeführte Waren mit umweltfreundlicher Energie. Diese stammt aus vier Bestandswindparks mit insgesamt 10,6 MW Leistung. Der VDKL-Strompool ist die größte verbandsgetragene Energieeinkaufsgemeinschaft Deutschlands mit einem Strombedarf von über 1,2 TWh an bundesweit über 200 Standorten, heißt es.

Die Stromlieferung wird von der Enercon-Tochtergesellschaft Quadra Energy organisiert, die bei dem Hersteller für die Direktvermarktung und den Stromvertrieb verantwortlich ist. Uwe Behrens, Geschäftsführer von Quadra Energy: „Wir liefern die grüne Energie über die gesamte PPA-Laufzeit zum Fixpreis, was sowohl unserem Kunden als auch dem Windparkbetreiber Planungssicherheit verschafft."

Langfristige Preissicherungsoption

Der VDKL-Strompool verfügt bereits über ein bestehendes Eigenversorgungskonzept mit eigenen Wind- und Wasserkraftanlagen sowie einer Vielzahl von Blockheizkraftwerken. Dieser Pool wird nun erweitert. Jan Peilnsteiner, Geschäftsführer des VDKL: „Insbesondere sehen wir in diesem Vertragsmodell eine langfristige Preisabsicherungsoption, die der Strommarkt bisher noch nicht zur Verfügung stellen konnte.“

Weshalb Enercon diese neuen Wege beschreitet, erklärt Enercon-Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig: „Wir haben in den letzten Jahren viel in die Entwicklung nachhaltiger Vermarktungslösungen investiert und sehen das Projekt mit dem VDKL-Strompool als Einstieg in ein neues Geschäftsfeld, das wir in Zukunft konsequent weiter ausbauen wollen.“ Ein erhebliches Marktpotenzial sei vorhanden: Branchenverbände schätzen, dass in den kommenden Jahren für Tausende ältere Windenergieanlagen in Deutschland die EEG-Vergütung endet. Betreiber müssen dann die Energie aus ihren Anlagen zu Marktpreisen über die Strombörse verkaufen oder sich alternative Vermarktungslösungen suchen.

PPA im Rahmen eines Partnerschaftskonzepts

PPA wären hierfür eine Möglichkeit. Als Systemlösungsanbieter für regenerative Energien versteht Enercon sein PPA-Modell als Bestandteil seines Partnerschaftkonzepts Enercon Energiekonzept 20+ (EEK20+) für Altanlagen-Betreiber für die Betriebsphase nach Ablauf der EEG-Förderung. Es umfasst sowohl Beratung und Unterstützung bei Repowering-Vorhaben als auch verschiedene Szenarien für den Weiterbetrieb der Bestandsanlagen, falls ein Repowering nicht möglich sein sollte oder vom Betreiber nicht beabsichtigt ist. (al)

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