Balkonkraftwerke sind derzeit in Deutschland stark nachgefragt. Das belegt auch eine neue Studie des Energieversorgers Eon.

Balkonkraftwerke sind derzeit in Deutschland stark nachgefragt. Das belegt auch eine neue Studie des Energieversorgers Eon.

Bild: © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Die Zahl der Balkonkraftwerke in Deutschland steigt weiter rasant. Mit Stand zum 4. Oktober 2024 zählt das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur 708.590 "steckerfertige Solaranlagen" in Betrieb. Das sind doppelt so viele wie zu Jahresbeginn. Wahrscheinlich ist die Zahl sogar noch höher, da es eine Frist von einem Monat für Nachmeldungen gibt und manche Anlagen ‒ trotz Pflicht ‒ schlicht nicht gemeldet werden.

Die installierte Maximalleistung liegt inzwischen bei gut 600 Megawatt (MW). Sie hat sich seit Jahresbeginn sogar mehr als verdoppelt, was auch daran liegen dürfte, dass inzwischen etwas leistungsfähigere Anlagen installiert werden dürfen.

Nachmeldungen stehen aus

Für das gerade beendete dritte Quartal weist das Marktstammdatenregister 140.000 in Betrieb genommene Anlagen mit einer Leistung von maximal 141 MW aus. Auch diese Zahlen dürften in den kommenden Wochen noch durch Nachmeldungen steigen.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) erwartet, dass der positive Trend bei Balkonkraftwerken anhält. Der Gesetzgeber habe bürokratische Hemmnisse abgebaut, und die Preise der Solarsysteme seien weiter gesunken, sagte Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

Vermieter müssen Balkonanlagen zulassen

Zudem habe zuletzt auch der Bundesrat der Verbesserung der Rechte für Mieter und Wohnungseigentümer zugestimmt. Das mache endlich den Weg frei für die Nutzung von Steckersolargeräten auf Balkonen, Terrassen und Dachgärten von Millionen Wohnungshaushalten in Deutschland, sagte Körnig.

"Mieterinnen und Mieter haben künftig Anspruch auf Zustimmung durch den Vermieter oder die Wohneigentümergemeinschaft zum Anbringen und Nutzen eines technisch sicheren Steckersolargerätes."

Manchmal Elektriker erforderlich

Hier weist der Verband allerdings auf eine wichtige Unterscheidung hin: Die rechtlichen Vereinfachungen gelten nur für echte Steckersolargeräte mit einem Wechselrichter mit maximal 800 Watt Anschlussleistung. Diese seien so konzipiert, dass Laien sie anschließen könnten. 

Auf dem Markt gebe es inzwischen aber auch vermehrt größere Selbstbau-Sets, die als Balkonkraftwerke angeboten würden, aber keine Steckersolargeräte seien. Diese müssten vom Elektrofachbetrieb angeschlossen und beim Netzbetreiber angemeldet werden. Das gelte auch für Systeme mit Batteriespeicher. (dpa/jk)

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