Tennet ist der flächenmäßig größte Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland

Tennet ist der flächenmäßig größte Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland

Bilder: © André Muller/AdobeStock (oben), Nicolas Armer/dpa (unten), Canva

Der zuständige Übertragungsnetzbetreiber Tennet drückt aufs Tempo und setzt dabei auf zwei Hebel. Für alle drei Abschnitte von Suedostlink in Bayern hat der Netzbetreiber zum einen bei der Bundesnetzagentur ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren beantragt. Tennet beruft sich dabei auf eine EU-Notfallverordnung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Neben dem beschleunigten Genehmigungsverfahren sei auch der frühzeitige Baubeginn vor dem Planfeststellungsbeschluss ein weiterer Hebel, um noch schneller voranzukommen. Als Reaktion auf den Widerstand in der Bevölkerung werden die Leitungen zudem als Erdkabel unterirdisch verlaufen.

Sollte der Antrag auf beschleunigtes Genehmigungsverfahren Erfolg haben, könnte das Unternehmen beispielsweise bei den Umweltverträglichkeitsprüfungen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens viel Zeit sparen. Diese könnten nämlich entfallen, wenn die Projektabschnitte bereits in einem ausgewiesenen Netzgebiet liegen. Das trifft sowohl beim Abschnitt C2 (Marktredwitz-Pfreimd), D1 (Pfreimd-Nittenau) als auch beim Abschnitt D3a (Pfatter-A92 bei Landshut) zu. Nach Schätzungen der Projektverantwortlichen könnte das eine Zeiteinsparung von rund sechs Monaten bringen, erläuterte eine Tennet-Sprecherin auf Anfrage.

Zeitvorteil kostet Geld

Die Zeitersparnis bedeutet allerdings auf der anderen Seite allerdings auch viel Geld, erläuterte die Tennet-Sprecherin weiter. Pro Kilometer und Projekt müsste Tennet 25.000 Euro an nationale Artenhilfsprogramme des Bundesumweltministeriums überweisen. Der gesamte finanzielle Ausgleich durch die Anwendung der EU-Verordnung für die drei Abschnitte C2 (90 km), D1 (54 km) und D3a (55km) belaufe sich damit auf 9,95 Mio. Euro. Ohne die Anwendung dieser Verordnung wären keine Ausgleichszahlungen fällig, erläuterte sie. (am)

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