Die Teilnehmer der konventionellen KWK-Ausschreibungen im Dezember konnten mit ihren Geboten Zuschlagswerte so hoch wie nie erzielen. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert lag bei 5,12 ct/kWh. Laut der Unternehmensberatung Enervis hätte das Teilnehmerfeld den "schwachen Wettbewerb gut antizipiert". Die Ausschreibungen für innovative KWK (iKWK) waren erstmals überzeichnet.
Insgesamt erhielten in der konventionellen Ausschreibung zehn Bieter Zuschläge. Hervorzuheben sind dabei die Stadtwerke Norderstedt, die sich gleich über die Förderung für drei BHKW-Anlagen freuen dürfen. Ebenso erfreut werden die Bieter des letzten, noch bezuschlagten Gebots sein: Mit 6,84 ct/kWh liegt der Zuschlag nur knapp unterhalb des maximal zulässigen Höchstsatzes von 7 ct/kWh.
"Eingegangenes Risiko wird sich bezahlt machen"
Christoph Pfister, Berater bei Enervis, erklärt: "Kosteneffiziente KWK-Projekte können bereits bei deutlich niedrigeren Fördersätzen als 6,84 ct/kWh positive Renditen erzielen. Das eingegangene Risiko wird sich in diesem Falle sicherlich bezahlt machen."
Dagegen liegt der Zuschlag mit dem niedrigsten Gebotswert bei lediglich 3,4 ct/kWh. Die breite Spanne an Geboten ist nach Einschätzung der Enervis auch ein Zeichen dafür, dass in der Auktion zwei Arten von Bieterstrategien aufeinandertreffen: die der Bieter, bei denen die Projektrealisierung im Vordergrund steht und "optionale" Projekte, bei denen Spielraum für Gewinnmaximierung bleibt.
Zuschlagswerte könnten sich auf aktuellem Niveau einpendeln
Die Ausschreibungsmenge für die kommende Runde (koventionell) liegt bei 75 MW, so die Berater. Ob die Nachfrage entsprechend gedeckt werden könne, sei zum jetzigen Zeitpunkt fraglich. Sollte der Wettbewerb nicht signifikant zunehmen, könnten sich die Zuschlagswerte auf dem aktuellen Niveau einpendeln.
Im innovativen Segment erhielten fünf Gebote einen Zuschlag. Das niedrigste bezuschlagte Gebot liegt bei 9,38 ct/kWh, das höchste bezuschlagte Gebot bei 11,20 ct/kWh. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert sinkt leicht von 11,17 ct/kWh (Vorrunde) auf 10,25 ct/kWh. (pm)



