Rohre für eine neue Fernwärmeleitung. Der Fortschrittsmonitor Energiewende 2026 des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) dokumentiert den Umbau der Wärmeversorgung.

Rohre für eine neue Fernwärmeleitung. Der Fortschrittsmonitor Energiewende 2026 des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) dokumentiert den Umbau der Wärmeversorgung.

Bild: © Robert Poorten/AdobeStock

Der Wärmesektor bleibt das schwierigste Kapitel der Energiewende. Und die aktuelle Ausgabe des Fortschrittsmonitors Energiewende, den der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gemeinsam mit der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY jedes Jahr vorlegt, macht deutlich, warum – gerade für Stadtwerke.

2025 lag der Anteil erneuerbarer Energien am Wärme-Endenergieverbrauch bei 19 Prozent. Rechnet man Abwärme hinzu, kommt man auf rund 21 Prozent des gesamten Wärme- und Kältemarkts, der 2025 rund 1100 Terawattstunden (TWh) umfasste. Von der Zielmarke – 32 Prozent klimaneutrale Wärme bis 2030 – ist das weit entfernt.

Die Fernwärme tritt auf der Stelle

Besonders auffällig ist, was der Monitor zur Fernwärme zeigt. 2025 wurden in Deutschland 132 TWh Fernwärme produziert, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Marktanteil am Wärme-Endenergieverbrauch aber blieb mit 10,5 Prozent praktisch unverändert – er bewegt sich seit Jahren auf diesem Niveau.

Noch heikler ist die Entwicklung im Erzeugungsmix: Der Anteil erneuerbarer Energien und Abwärme an der Fernwärmeproduktion sank leicht, von 35,0 Prozent (2024) auf 34,4 Prozent (2025). Betrachtet man nur die erneuerbaren Energien, fiel der Anteil von 20,1 auf 19,7 Prozent. Das Ziel, das das Wärmeplanungsgesetz für 2030 vorgibt, liegt bei 50 Prozent.

Verband sieht Blockade

BDEW und EY sprechen in der Studie von einer "Blockade": Zwar weise die Fernwärme grundsätzlich einen hohen klimaneutralen Anteil auf – aber dieser Anteil steige seit Jahren nicht. Um wieder Zuwachs zu erzielen, brauche es "passende Förderkonzepte sowie politische Rahmenvorgaben."

Konkreter benennt der Monitor die Hemmnisse an anderer Stelle: Für Fernwärmeunternehmen seien Finanzierung und die Bindung ausreichend qualifizierten Fachpersonals für den Um- und Ausbau der Netze "eine enorm große Herausforderung."

Hinzu kommt, dass der Regulierungsrahmen – von der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) über das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) bis hin zu AVB-Fernwärmeverordnung und Wärmelieferverordnung – aus Sicht der Autoren noch nicht kohärent genug ausgestaltet ist.

Lesen Sie dazu auch: Wie sich stauende Wärmenetz-Anträge die Wärmewende bremsen

Was Wärmepumpen und Wärmeplanung leisten

Positiver fällt das Bild bei den Wärmepumpen aus. 2025 wurden 299.000 Geräte verkauft, erstmals mehr als Gaskessel. Dennoch bleibt der Zubau mit 233.000 neu installierten Anlagen deutlich unter dem früheren politischen Ziel von 500.000 pro Jahr.

Und die kommunale Wärmeplanung kommt voran: Mehr als die Hälfte der Städte mit über 100.000 Einwohnern hat ihre Planung bereits abgeschlossen. Allerdings endet die Frist für Großstädte auch schon Ende Juni 2026.

Mehr dazu hier: Schaffen Großstädte die Frist für die kommunale Wärmeplanung?

Netze, Wasserstoff, Ladeinfrastruktur – alles auf einmal

Für Stadtwerke spielen sich diese Entwicklungen selten isoliert ab. Der Monitor beschreibt den gleichzeitigen Investitionsdruck in Stromnetze – die Investitionsplanungen der Verteilnetzbetreiber lagen 2025 bei elf Milliarden Euro –, den schleppenden Wasserstoffhochlauf sowie den bereits übererfüllten Ausbau der Ladeinfrastruktur.

So erreichte die installierte öffentliche Ladeleistung 2025 rund zehn Gigawatt (GW), das Ziel der EU-Richtlinie AFIR von rund 4 GW wurde damit deutlich übertroffen.

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