Die kommunale Wärmeplanung und der Ausbau von Wärmenetzen ist im Zuge des Heizungsgesetz in aller Munde. Damit möglichst wirtschaftlich geplant werden kann, spielt es auch eine Rolle, wie lang bereits vorhandene Infrastruktur noch genutzt werden kann.
Die Arbeitsgemeinschaft Fernwärme (AGFW) hat dazu gemeinsam mit Partnern aus der Wissschenschaft und Wirtschaft, darunter die Stadtwerke Karlsruhe, die Netz Leipzig GmbH, sowie die Hafencity Universität Hamburg und das Fraunhofer IEE, ein Forschungsprojekt gestartet.
KI zur besseren Nutzungsprognose
„Im Rahmen des Projekts wollen wir unter anderem ein Asset Management Tool entwickeln, das den Unternehmen später in der Praxis hilft, die Restnutzungsdauer ihrer Wärmenetze möglichst genau zu bestimmen“, erklärt AGFW-Projektleiter Stefan Hay den Hintergrund des vom BMKW geförderten Vorhabens.
Ziel sei eine Nachhaltigkeitsbewertung von Wärmenetzen, um so die Nutzungsdauer und die Effizienz im Netzbetrieb zu steigern. Die Forscher:innnen setzen dabei auf Algorithmen, die den Zustand der Fernwärmeleitungen anhand von Daten analysieren und bewerten und daraus Vorschläge sowie Szenarien errechnen, wann eine Wartung und Reparatur notwendig wird. Der bisherige CCOT-Test (Calculated continuous operating temperature), auf Grundlage dessen die Nutzungsdauer von Kunststoffmantelrohrleitungen abgeschätzt werden konnte, soll damit durch ein neues, präziseres Verfahren ersetzt werden.
Daten aus der Praxis von Netzbetreibern
Das Forschungsprojekt ist auf vier Jahre ausgelegt. Die auf Laboruntersuchungen basierenden Modelle und Algorithmen sollen anhand von Messdaten aus Wärmenetzen validiert werden. Hierfür haben die beteiligten Versorger fernauslesbare Datenpunkte in ihren Wärmenetzen integriert und werden diese im Laufe des Vorhabens noch weiter ausbauen.
„Mit den Daten aus Labor und Praxis können speziell auf die verschiedenen Materialien zugeschnittene, werkstoffbasierte Nutzungsdauermodelle erstellt werden. Diese dienen dazu, möglichst treffend die Lebensdauer der Rohre zu prognostizieren und auch deren weitere Entwicklung von der Inbetriebnahme bis zum Erreichen des Endes der Lebensdauer vorherzusagen“ betont Hay abschließend. (lm)



