Die Belastungen durch den CO2-Preis könnte sich nach dem DIW vor allem auf die Geringverdiener niederschlagen.

Die Belastungen durch den CO2-Preis könnte sich nach dem DIW vor allem auf die Geringverdiener niederschlagen.

Bild: © Alfons Ven/AdobeStock

Die Heizsaison 2019/2020 hat bereits begonnen und die meisten Verbraucher werden dieses Jahr mehr für ihre warmen Füße zahlen müssen als im Vorjahr. Während Fernwärmekunden mit sechs Prozent am meisten von der Steigerung betroffen sind, ziehen Erdgas und der Strom für Wärmepumpen um fünf bzw. drei Prozent an. Wer trotz des straffen Plus sparen will, sollte auf den Sanierungsstand und die Energieeffizienz achten.

"Wenn es um Heizkosten geht, schauen viele nur auf die Entwicklung der Energiepreise und auf das Wetter. Dabei ist der Sanierungsstand eines Hauses der entscheidende Faktor für Heizkosten und den Klimaschutz", sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft errechnet im Auftrag des BMU jährlich seit 2005 den Heizspiegel für Deutschland. Gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem VKU wurden rund 102.600 Gebäudedaten zentral beheizter Wohngebäude für 2018 ausgewertet.

Wärmepumpe kosten- und klimatechnisch Spitzenreiter

Demnach war Heizöl im vergangenen Jahr der teuerste Energieträger im Heizungsmarkt. Im Schnitt zahlten Bewohner einer 70 Quadratmeter großen Wohnung 845 Euro, das sind immerhin zehn Prozent mehr als noch 2017. Dafür erwartet co2online für 2019 eine Kostenminderung von rund zwei Prozent, was allerdings nicht beim Verbraucher ankommt, denn aufgrund der kälteren Witterung wird das Preisniveau für Heizöl ähnlich hoch wie im Vorjahr bleiben.

Am günstigen heizten 2018 Haushalte mit einer Wärmepumpe. Sie zahlten im Vergleich zu Gas- und Fernwärmekunden mit 700 bzw. 860 Euro deutlich weniger. Nicht nur bei den Kosten hat die Wärmepumpe die Nase vorn, auch bei der CO2-Bilanz setzt sie sich mit 170 Gramm pro erzeugter kWh Heizwärme deutlich von der Konkurrenz ab. 

Kosten und Umweltfreundlichkeit stehen und fallen mit Gebäudezustand

Wie klimafreundlich und günstig geheizt wird, hängt allerdings nicht nur vom Energieträger an sich ab, sondern auch vom Gebäude. "In einem energetisch schlechteren Haus sind die Heizkosten im Schnitt mehr als doppelt so hoch wie in einem energetisch guten Haus", so Loitz. In der CO2-Bilanz schlägt sich eine Wohnung in einem energetisch sanierten Mehrfamilienhaus mit Erdgas-Zentralheizung mit 1,5 Tonnen an Emissionen nieder. Ein energetisch schlechteres Gebäude schlägt mit 3,8 Tonnen zu Buche.

Auch für Mieter, die meist keinen Einfluss auf den Sanierungsstand des Hauses haben, gibt es Möglichkeiten, Energie und Geld zu sparen. Dabei können die Kommunalen weiterhelfen, wie VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche betont: "Vor allem im Bereich der Wärmeversorgung bei Wohngebäuden schlummern enorme Potenziale zur Effizienzsteigerung. Die Stadtwerke bieten ihren Kunden umfassende Beratungsmöglichkeiten, um den Energieverbrauch zu reduzieren und unterstützen bei der Umsetzung." (ls)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper