Rund 1,8 Millionen der insgesamt 6,3 Millionen Haus-Wohneigentümer mit einer Kundenbeziehung zu einem Stadt- oder Gemeindewerk haben konkrete Pläne, in den nächsten fünf Jahren ihre Immobilie energetisch zu sanieren. Das sind 29 Prozent und damit etwas mehr als die Quote von 27 Prozent aller 12,3 Millionen Haus-Wohneigentümer.
Pläne zur Stromgewinnung durch PV-Anlagen sind mit 17 Prozent unter Stadtwerkekunden mit Haus-Wohneigentum am häufigsten. Auf dem zweiten Platz in der Beliebtheit der Maßnahmen stehen Wärmedämmungen (13 Prozent), gefolgt von rund acht Prozent Planern einer effizienteren Heizung. Von diesen zieht mehr als die Hälfte (56 Prozent) die Installation einer – derzeit noch – förderfähigen Heizung wie eine Wärmepumpe, einen Nah- oder Fernwärmeanschluss oder eine Holzpellet-Heizung in Betracht. Je knapp ein Viertel dieser Gruppe setzt weiterhin auf fossile Heizsysteme (25 Prozent) oder ist unentschlossen (26 Prozent).
Fernwärme-Ausbaupläne sind häufit nicht bekannt
Dies sind die Ergebnisse der Sirius Campus Marktuntersuchung "Monitor zur Energiewende", mit 2236 Online-Interviews einer repräsentativen Haushaltsstichprobe unter Wohneigentümern, privaten Vermietern und Mietern im September 2025. Im Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre haben förderfähige Heizsysteme einen deutlichen Schub erfahren. So berichten 46 Prozent der Stadtwerkekunden mit Haus-Wohneigentum von der Installation einer förderfähigen Heizung, meist einer Wärmepumpe.
Anders sieht es bei Fernwärmeanschlüssen aus: Nur knapp ein Prozent hat in den vergangenen fünf Jahren in einen Fernwärmeanschluss investiert. Immerhin planen gut ein Zehntel (12 Prozent) der Stadtwerkekunden mit Haus-Wohneigentum einen Fernwärmeanschluss. Zwei Drittel (64 Prozent) wissen dagegen nichts über die Ausbaupläne der Fernwärme. "Die Kommunikation möglicher Fernwärmeanschlüsse sollte nach Abschluss der kommunalen Wärmeplanung ab Juni 2026 deutlich verstärkt werden, um das Wissen und die Neuanschlussquote zu steigern", empfiehlt Oliver Gaedeke, Gründer und Geschäftsführer von Sirius Campus.
Haus-Wohneigentümer mit Stadtwerkeanbindung sehen am häufigsten in der Reduktion der Energiekosten (54 Prozent) und der Wertsteigerung ihrer Immobilie (40 Prozent) Vorteile, die für eine energetische Sanierung sprechen. Die Unabhängigkeit von Energiepreisen wird zu rund einem Drittel, der Klimaschutz zu etwa einem Viertel als weiterer Vorteil genannt. Daneben sind vor allem Ansprachen von Nachbarn oder Freunden sowie Beratungen von Handwerkern, Komplettanbietern wie Enpal oder Energieversorgern besonders wirksam, um das Interesse an energetischen Sanierungen bei Haus-Wohneigentümern zu steigern.
Hohe Zufriedenheit mit Beratung durch Stadtwerke
Mehr als ein Drittel (38 Prozent) der Stadtwerkekunden mit Haus-Wohneigentum hat sich in den letzten zwölf Monaten zu einer energetischen Sanierung beraten lassen. Darunter wurden mit 14 Prozent am häufigsten die Stadtwerke, gefolgt von Enpal (elf Prozent), Eon und EnBW (beide sieben Prozent) genutzt.
Mit der Beratung durch die Stadtwerke waren 82 Prozent zufrieden, etwa auf gleichem Niveau wie bei anderen Energieversorgern (Eon: 94 Prozent Zufriedenheit, EnBW: 86 Prozent) und klar besser als bei Komplettanbieter Enpal (56 Prozent). Fast ein Zehntel aller Stadtwerkekunden mit energetischen Sanierungen in den letzten fünf Jahren nutzt dann auch das Angebot des regionalen Energieanbieters.
"Viele Stadtwerkekunden sind regional verbunden und wünschen sich einen Anbieter aus der Nähe, der sie langfristig betreut. Zusätzliche Service- und Betreuungsangebote steigern bei Ihnen sogar die Preisbereitschaft. Diese Vorteile können Stadtwerke ihren Kunden besonders gut anbieten, weshalb ihre Beratungskompetenz vor allem zu Heizsystemen und PV-Anlagen gegenüber anderen Anbietern bevorzugt wird", gibt Gaedeke zu bedenken.
Glaube an die Energiewende nimmt zu
Der Glaube an die Machbarkeit der Energiewende ist ein weiterer Treiber für die Investitionsbereitschaft in energetische Sanierungen. Eine Einteilung auf Grundlage mehrerer konkreter Zukunftsabschätzungen rund um die Energieversorgung bis 2045 weist 40 Prozent Optimisten (2024: 34 Prozent) und 16 Prozent Pessimisten (2024: 19 Prozent) unter allen privaten Haushalten aus. Vor allem Jüngere und Kunden von Öko-Energieanbietern sind davon überzeugt, dass die Energiewende bis zum Jahr 2045 realisierbar ist. Kunden von Stadtwerken weisen mit 28 Prozent auch aufgrund eines höheren Durchschnittsalters einen geringeren Anteil Optimisten auf.
Am 19. Februar veranstaltet Sirius Campus eine Online-Konferenz zum Thema "Ansprache- und Angebotsstrategien für Wärmepumpen und Fernwärme". Darin werden wirksame Kommunikationsstrategien, Beratungsansätze und Angebotsgestaltungen für Wärme-Contracting- und Fernwärmeangebote vorgestellt.



