Zur Lösung des Wasserproblems kann das Konzept der Schwammstadt mit weniger Flächenversiegelung beitragen.

Zur Lösung des Wasserproblems kann das Konzept der Schwammstadt mit weniger Flächenversiegelung beitragen.

Bild: © ah fotobox/AdobeStock

Ein neu entstehendes Wohnquartier in Köln soll besonders nachhaltig mit Energie versorgt werden. Als Wärmequelle wollen die Projektpartner deswegen Abwasser nutzen und Solarstrom vor Ort selbst erzeugen. Partner sind der Projektentwickler WVM Gruppe mit Sitz in Köln und der Ökostromanbieter Naturstrom aus Düsseldorf.

Der Bau des neuen Quartiers namens „LÜCK“ im Kölner Stadtteil Ehrenfeld startete im Jahr 2023 auf einem brachliegenden Fabrikgelände. Errichtet werden vier Mehrparteienhäuser mit 216 Wohneinheiten und einer Großtagespflege.

Eigenes Wärmenetz

Das Quartier verfügt über ein eigenes Wärmenetz. Die Wärmepumpe in der Energiezentrale ist an eine nahegelegene Abwasserleitung angeschlossen. Das Abwasser soll der Pumpe als Energiequelle dienen. Die Wärme wird dem Abwasser dazu auf einer Länge von 120 Metern über einen Wärmetauscher entzogen.

Das reiche für das Quartier aus, erklärte Stephan von Bothmer, Geschäftsführer der beteiligten und darauf spezialisierten Uhrig Energie, bei einem Ortstermin. Demnach ist diese Art der Wärmenutzung in Deutschland zwar noch nicht sehr verbreitet, das Potenzial dafür allerdings sehr groß.

99 Kilowatt PV-Leistung

Der zur Wärmeerzeugung im Quartier außerdem benötigte Strom soll von Photovoltaikanlagen auf den Gebäudedächern kommen. Geplant sind PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 99 Kilowatt. Mit dem Heizwasser wird dann ein 20 Kubikmeter großer Pufferspeicher befüllt.

Sarah Debor, Geschäftsfeldleiterin Urbanes Wohnen und Gewerbe bei Naturstrom, zufolge speist dieser dann das quartierseigene Wärmenetz. Bei Spitzenlast oder besonders viel lokal erzeugter Solarenergie werde eine Power-to-Heat-Anlage zugeschaltet, so Debor weiter. Das Trinkwasser erhitzen dezentrale Einheiten innerhalb der Wohnungen.

Scharrenbach: Umwelt profitiert

Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) erklärte, von dem Projekt würden andere Bauwillige, die Mieterinnen und Mieter sowie die Umwelt profitieren. Um die Bezahlbarkeit der Mieten zu sichern, habe NRW dafür 12,6 Millionen Euro aus der öffentlichen Wohnraumförderung bereitgestellt, so Scharrenbach. (dz)

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