Bayern soll bald um ein Geothermieprojekt reicher sein. Im Landkreis Traunstein sind vier Bohrungen für die Erschließung von Erdwärme-Reservoirs genehmigt worden.

Bayern soll bald um ein Geothermieprojekt reicher sein. Im Landkreis Traunstein sind vier Bohrungen für die Erschließung von Erdwärme-Reservoirs genehmigt worden.

Bild: © Ben Burger/AdobeStock

Durch Bohrungen ausgelöste Erdbeben in Basel oder bei Straßburg haben den Ruf der Technologie ramponiert - doch nach Überzeugung des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau lässt sich Tiefengeothermie am Oberrhein sicher gewinnen. «Wir sind überzeugt davon, dass sich die Widerstände auflösen werden, wenn am Oberrhein die ersten Geothermieanlagen in Betrieb sind und reibungslos laufen», so eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg, bei dem das Landesamt angesiedelt ist.

Das zwischenzeitlich gestoppte Geothermie-Projekt in Vendenheim bei Straßburg sei nicht mit den Vorhaben auf deutscher Seite vergleichbar. Im Elsass habe man vor zwei Jahren direkt in das Grundgebirge gebohrt, Wasser mit hohem Druck hinein gepresst und damit Erdbeben ausgelöst. Bohrungen ins Grundgestein hatten auch Ende 2006 in Basel ein Erdbeben mit der Stärke 3,4 ausgelöst.

Fundierte Untersuchung der Gebirgsverhältnisse

Die Freiburger Behörde verweist darauf, das Landesamt stelle vor der Zulassung von Bohrungen auf badischer Rheinseite im Rahmen des Genehmigungsverfahrens sicher, dass durch restriktive Bohrplanung und -ausführung spürbare Erdbeben vermieden werden. Um die Genehmigung für Bohrungen und Tests zu erhalten, müssten Firmen eine fundierte Untersuchung zu den Gebirgsverhältnissen und zu möglichen seismischen Aktivitäten vorweisen. «Die seismische Aktivierung tektonischer Störungen muss ausgeschlossen werden.»

Ein Beispiel für funktionierende Tiefengeothermie sei der Wärmeverbund Riehen. Die Schweizer Gemeinde bei Basel werde seit 1994 mit klimafreundlicher Erdwärme versorgt. (dpa/lm)

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