In Bundorf (Unterfranken) werden ab jetzt 20 Haushalte sowie mehrere öffentliche Liegenschaften über ein Fernwärmenetz versorgt. Damit zeigt die Energiegenossenschaft EGIS, wie Wärmewende auf dem Land funktionieren kann. Zum Einsatz für das neue Netz kommen zwei große Luftwärmepumpen sowie ein Hackschnitzelkessel und ein Warmwasserspeicher.
Errichtet wurde das Netz mit einer Länge von 1600 Metern im Laufe des vergangenen Jahres, parallel zum Bau des örtlichen Solarparks mit 125 MW Leistung. Seit Ende 2023 läuft die Fernwärmeversorgung im Probebetrieb. Dank der Integration der Wärmepumpen ist die Infrastruktur und der Erzeugungspark nun voll einsatzfähig.
Nachfrage ist wohl sehr hoch
Der Strom für die Wärmepumpen stammt aus dem benachbarten PV-Park. Damit die Fernwärmekund:innen jedoch auch unabhängig von der Sonneneinstrahlung mit Wärme und Warmwasser versorgt sind, nutzt die Heizzentrale am Ortsrand auch einen Hackschnitzelkessel. „Zukünftig werden durch die kommunale Wärmeplanung und dem Ziel, Alternativen für Öl und Gas zu schaffen, viele Fernwärmenetze auf Basis von Hackschnitzel errichtet“, vermutet Matthias Zimmermann, Teamleiter Fernwärme der EGIS. Hier setzt der von der Genossenschaft gewählte Ansatz an, mehrere Erneuerbaren-Technologien miteinander zu kombinieren und die Abhängigkeit von sich veränderbaren Hackschnitzelpreisen auf ein niedriges Niveau zu reduzieren.
Das Interesse am Fernwärmenetz in Bundorf sei wahnsinnig hoch, betont Pascal Lang, Vorstandsvorsitzender der EGIS und ergänzt: Man könne sich vor Nachfragen kaum retten. Die Energiegenossenschaft betreibt die Fernwärmeversorgung vor Ort nicht nur, sondern sorgt auch dafür, dass diese in Bürgerhand bleibt, genau wie ein Teil des Solarparks (30 Prozent). „Über unsere Genossenschaft können sich die Anwohnerinnen und Anwohner und alle Interessierten am Solarpark und am Fernwärmesystem beteiligen. Unsere Mitglieder profitieren wiederum von den Erlösen der Erneuerbaren-Energien-Anlagen“, sagt Lang. Er fügt an: „Auf diese Art sind Energiewendeprojekte ein Gewinn für alle.“ Das Beteiligungsmodell habe zur großen Akzeptanz und Zustimmung der Projekte in Bundorf beigetragen. (lm)



