Münsters Großwärmepumpe kann ausreichend Wärme für rund 800 Haushalte erzeugen und spart rund 4000 Tonnen CO2 ein.

Münsters Großwärmepumpe kann ausreichend Wärme für rund 800 Haushalte erzeugen und spart rund 4000 Tonnen CO2 ein.

Bild: © Stadtwerke Münster

Die Stadtwerke Münster haben ihre erste Großwärmepumpe im Heizkraftwerk im Hafen erfolgreich in Betrieb genommen. Wärmeenergie gewinnt sie aus dem Kühlwasser der Gas- und Dampfturbinen-Anlage des benachbarten Kraftwerks. Damit vollziehen die Stadtwerke einen wichtigen Schritt zu ihrem Ziel, die Fernwärmeerzeugung in Münster Stück für Stück auf erneuerbare Wärmequellen umzustellen. Die Stadtwerke setzen dafür auf einen Technologie-Mix mit Großwärmepumpen, Geo- und Solarthermie. "Die Großwärmepumpe ist ein erster, wichtiger Baustein für die grüne Fernwärme in Münster", sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk. "Großwärmepumpen können dabei die Wärmepotenziale nutzbar machen, die uns der Standort bietet – etwa die Abwärme aus unserem Kraftwerk, aus Kanal- oder Abwasser."

Münsters erste Großwärmepumpe hat eine thermische Leistung von 2 MW und kann rund zwei Prozent der gesamten Fernwärme erzeugen. Bis zu 4000 Tonnen lokale CO2-Emissionen spart die Anlage im Münsteraner Stadthafen ein. Einzigartig sind die Temperaturen, die die Großwärmepumpe erreicht. Kein anderes Modell am Markt erreicht die aktuell für das münstersche Fernwärmenetz notwendigen Temperaturen von bis zu 120 Grad Celsius.

Keine Fossilen im Einsatz

Die Wärmepumpe wird mit streng zertifiziertem Ökostrom mit Grüner Strom-Label betrieben und kommt vollständig ohne fossilen Brennstoff aus. Kernkriterium der Grüner Strom-Zertifizierung ist, dass die Stromanbieter mit einem festen Betrag je verkaufter Kilowattstunde den Ausbau erneuerbarer Energien fördern. Bisher konnten so nach Stadtwerke-Angaben mehr als 1800 Energiewende-Projekte co-finanziert werden. Die neue Wärmepumpe in Münster entspricht den strengen Kriterien des Grüner Strom-Labels und kann daher durch Grüner Strom-Fördermittel bezuschusst werden, heißt es aus Münster.
 
Die Großwärmepumpe bleibt nicht lange allein: Im alten Heizkraftwerk, in dem bis 2005 noch Kohlekessel für Wärme sorgten, laufen schon die Vorbereitungen für eine zweite Anlage. Diese wird Wärme aus dem Dortmund-Ems-Kanal gewinnen. (amo)

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