Für den Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärme braucht es klare kommunale Strategien.

Für den Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärme braucht es klare kommunale Strategien.

Bild: © Marijan Murat/dpa

Der kommunale Energieversorger Energie Wasser Bern (EWB) will den Untergrund der schweizerischen Hauptstadt als Wärmespeicher für industrielle Abwärme nutzen. Die Sandsteinschichten zugänglich zu machen, ist jedoch voraussetzungsreich - das Fraunhofer IEG reagiert darauf mit einer neuen Bohrtechnologie, die kleinere Nebenarme der Hauptbohrung erschließen kann.

Bis zu 15 GWh an extra Wärmemenge für den Winter 

In Bern gibt es bereits drei Hauptbohrlöcher bis zu einer Tiefe von 500 Metern. Erste Zirkulationstests haben gezeigt, dass die Gesteinsschichten kompakter als erhofft sind und dadurch das Wasser nicht den notwendigen Wärmeein- und austrag erbringen kann. Mit dem Verfahren des Fraunhofer IEG "Micro Turbine Drilling" ist es nun möglich die Zirkulation des Wassers zu verbessern, in dem mit einem speziellen und kleinen Bohrmeisel  Nebenarme der Hauptbohrungen erschlossen werden. Im Pilotprojekt "Geospeicher" der EWB wurden auf diese Weise 20 Nebenarme mit einer Durchschnittslänge von fünf Metern erbohrt.

Genutzt werden sollen die Sandsteinschichten unter Bern künftig für die saisonale Speicherung von Abwärme aus der ewb-Energiezentrale Forsthaus. Dort wird Wärme aus einer Müllverbrennungsanlage, einem Holzheizkraftwerk und einer Gas- und Dampfturbinen-Kombination erzeugt.

Die im Sommer anfallenden Wärme-Überschüsse sollen im "Geospeicher" bis in den bedarfsstarken Winter vorgehalten werden. Der Sandstein soll dabei mit 90 Grad heißem Wasser erwärmt werden und im Winter wie ein Kachelhofen die gespeicherte Energie des Gesteins an das Wasser abgeben. So könnte etwas 60 Grad Celsius heißes Wasser für die Fernwärmeversorgung bereit gestellt werden. Die ewb gehen davon aus, dass auf diese Weise etwa 12 bis 15 GWh an Wärme zusätzlich verfügbar gemacht werden könnten. (lm)

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