Blick auf die Ölraffinerie in Deer Park, Texas. (Archivbild vom September 2017)

Blick auf die Ölraffinerie in Deer Park, Texas. (Archivbild vom September 2017)

Bild: © Gregory Bull/AP/dpa

Bis zu 65 US-Dollar pro Barrel: Die Ölpreise haben in der abgelaufenen Woche noch einmal kräftig zugelegt und Heizöl wie Sprit so teuer wie seit Monaten nicht mehr gemacht.

Nach Zahlen des Infoportals Heioel24 erreichte Heizöl am Donnerstag mit gut 62 Euro pro 100 Litern den höchsten Preis seit mehr als einem Jahr. Am Freitag gab der Kurs allerdings leicht nach.

Warten auf Opec+-Reaktion

Ausschlaggebend dürfte vor allem der Kurs des Rohstoffs selbst gewesen sein. Zuletzt hatte ungewöhnlich kaltes Winterwetter in Teilen der USA die Ölproduktion stark beeinträchtigt. Der Frost behinderte die Förderung, den Transport und die Weiterverarbeitung des Energieträgers. Nach Schätzungen waren bis zu 40 Prozent der US-Ölproduktion betroffen.

Marktbeobachter gehen allerdings davon aus, dass das Ölhoch nicht anhalten wird. Führende Ölstaaten, die sich in der Opec+ organisiert haben, könnten nämlich ihre Fördermengen steigern, auch um die Rückkehr US-amerikanischer Fracking-Produzenten zu verhindern. Dies dürfte einen bearishen Effekt auf die Preise haben.

Leere Speicher, rückgängige Ausspeicherung

Ganz anders entwickelte sich dagegen bis zum Wochenende der Gaspreis. Am Sonntag lag der Kurs am NCG-Spotmarkt bei 16,57 Euro pro Megawattstunde und damit mehr als 20 Prozent unter dem Höchstwert in der Vorwoche.

Dabei lag der Füllstand der deutschen Speicher am Samstag bei gerade noch 31 Prozent. Allerdings ging mit steigenden Temperaturen auch die Ausspeicherungsmenge signifikant zurück. Am Samstag betrug sie nach Angaben des Branchendienstes AGSI nur noch 0,4 Terawattstunden.

Bearishe Faktoren beim Gaspreis

Zudem will der russische Konzern Gazprom offenbar im März mehr Gas als geplant nach Europa pumpen. (Die ZfK berichtete.) Auch das dürfte sich bearish auf die Gaspreise ausgewirkt haben.

Des Weiteren dürften die Temperaturen in den kommenden Tagen in Deutschland deutlich über Norm liegen. Auch die Windenergieerzeugung dürfte steigen, was den Gasanteil im Strommix drücken dürfte. Zum Schluss werden weitere Ankünfte von LNG-Schiffen erwartet. Deshalb gilt es als unwahrscheinlich, dass es die Gaspreise in der neuen Woche dem Öl nachtun und nach oben schnellen. (ab/dpa)

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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